:: Gregor Fischer ::

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Orlando-Trip

April 2013


 



 

Wieder in der Schweiz, Di. 16. April 2013.

Nun ist die Florida-Woche schon wieder Geschichte. Schön wars und ich kann nicht warten, bis ich wieder in den USA unterwegs bin. Einfach ein anderes Leben führen - weit weg eben 'drüben'. Die Bösewichte hocken an der Wall-Street und in Washington und da geht keiner hin.

Die normale Bevölkerung jedoch ist einfach  viel besser drauf als die gehetzten Schweizer oder gar die verdrossenen Franzosen. Hasta la vista, America...

Die Odyssee hat ein noch ein gutes Ende gefunden. Ich bin ja froh, dass ich aus Boston pberhaupt wieder rausgekommen bin. Wenn noch eine Attentats-Sprengung erfolgt wäre, hätten die den Luftraum wieder gesperrt. Das war schon so drei Stunden von meiner Ankunft.

Die 'Swiss' - macht immer noch voll auf 'eidgenössisch'.

Der Swiss-Airbus 340, auf den ich umgebucht wurde, war rappelvoll. Ein richtig ausgebuchtes Flugzeug habe ich schon lange nicht mehr erlebt! Es waren aber vor allem Amerikaner. Der Flug verlief ereignislos und sogar das Essen war geniessbar. Naja, grosse Lust, nach Europa zurückzukehren hatte ich nicht.

Interessant ist übrigens die Ankündigung dass die Airbus 340 durch Boeing 777 ersetzt werden sollen, welche nur zwei Triebwerke aufweisen. Damit kann gespart werden und die letzten Flugzeuge in dieser Grösse mit 4 Reaktoren werden verschwinden. Naja, bis in zwei Jahren ändert sich noch vieles...

Der Flughafen in Zürich macht seinem schlechten Ruf alle Ehre und die Schlangen vor dem Zoll sind heute grösser als in den USA. Gut, wenn man müde ist - mein Tag dauert schon über 34 Stunden - ist man nicht gerade gutgelaunt.

Was jedoch gewisse Leute an schamloser Rücksichtslosigkeit aufführen, macht immer wieder sprachlos. Das Empfangskomitee besteht aus einer Horde rauchender balkanischer Taxifahrer. Der Gestank treibt einem Tränen in die müden Augen! In einer Stadt wie Zürich oder Genf, mit all der zusammengewürfelten, kulturlosen Fauna, die heute dominiert, zu leben, kommt mir jedenfalls nicht mehr in den Sinn! Immerhin ist das Wetter gut und ich freue mich auf die Dusche gleich nach dem Ankommen. Noch steht mir eine der ungeliebten Zugfahrten bevor - und dann wird es spannend: Die Waage wartet!

Die heisse Dusche nach der Ankunft hat die Müdigkeit dann schnell weggespült - aber den Jetlag merke ich natürlich schon. Alle Tricks gegen den Zeitenwechsel habe ich probiert, inklusive Meltonin. Es hilft mir jedoch nur eines: Durchziehen und so tun, wie wenn nichts wäre. Hinlegen geht für mich nicht, dann ist der 'innere Kalender' total aus dem Häuschen.

 



Departure from Orlando, Mo. 15. April 2013.

Heute gehts los - oder hätte eigentlich losgehen sollen. Wenn man mit Namen aufgerufen und zum Desk gerufen wird, ist immer etwas faul. Gepäck verloren, Warteliste oder kein Anschluss! Der Flug von Orlando nach dem Hub Philadelphia hat Verspätung. Eine Stunde. Das reicht nicht mehr, um den Flug nach Zürich zu erreichen. So werde ich umgebucht nach Boston um dann einen Flug mit der Swiss zu erreichen.

Vielleicht klappt es doch noch. Wir werden sehen. Schlimm war, als das 'Vulkantheater' mit Island stattfand. Da habe ich drei Tage gewartet und war noch sehr verwöhnt dabei. Wenn man was mit sich anzufangen weiss, ist ja egal, wo man sich befindet. Und - was soll man sich dann aufregen?

 



Lakeland Airshow, So. 14. April 2013.

Ich brauche ja glücklicherweise kein Flugzeug mehr zu kaufen und dies ist ein entspanntes Gefühl. Auch die Ausrüstung meiner Skylane ist immer noch vollauf genügend. Was bleibt, ist die überteuerte Maintenance mit allen behördlichen Schikanen, den Wahnsinnsgebühren und den Unterhaltsbetrieben, welche ums Ueberleben kämpfen und teilweise einfach am Rand der Betrügerei abzocken. Nun, vor fünfzehn Jahren habe ich gesagt, dass die private Fliegerei das Jahr 2020 nicht mehr sehen wird und ich einer der letzten sein werde, die dannzumal noch ernsthaft rumkurven. Dabei bleibe ich - es ist fast schon eine Trotzreaktion...


General Aviation in Agonie...

Nun, wenn ich schon in Florida bin, schaue ich auch gerne jedes Jahr bei der Sun 'n Fun rein. Heute ist der letzte Tag der Show und somit werden sich die Besucher im Rahmen halten, dachte ich mir. Dass jedoch sowenige anzutreffen waren, ist traurig. Fachpublikum gibt es kaum mehr und auch die Aussteller sind nicht mehr zahlreich.

Es gibt kein einziges neues Flugzeug zu bewundern. Cessna und Piper existieren noch und seuchen sich irgendwie durch, während Beech (mit den berühmten King-Airs) anscheinend endgültig abgewickelt ist. Von den anderen habe ich gar nichts gesehen - vielleicht haben Cirrus und Diamond schon am morgen abgeräumt...

Ein richtiges Gewitter gehört einfach zu Florida.
Die ganze Woche war es relativ ruhig - mal ein bisschen bewölkt, aber sonst nicht mal ausserordentlich heiss. Bin ja auch immer klimatisiert im Motorhome. Heute nun stieg die Temperatur über dreissig Grad (Celsius natürlich) und einige gewaltige Cumuli bauten sich auf. Ich habe mir noch gedacht, dass ich verdammt schnell mein Zeug zusammenpacken würde, wenn ich Aussteller draussen wäre!

Kaum weggefahren hat sich das Inferno inszeniert. Man merkt dies hier zuerst am Stau, der sich regelmässig ereignet. Die ersten Autos, welche kilometerweit abbremsen, schicken dann die Desakzeleration gegen hinten und so steht plötzlich alles still. Nun, es schüttete eben wie dies in den Tropen so üblich ist und irgendwie macht auch dies Spass - mindestens wenn man am Trockenen ist.

Heute abend mache ich noch eine letzte kleine Shoppingtour. Ich will mal schauen, was es hier an neuen LED-Leuchten gibt und ausserdem fehlt mir ein gutes Prüfgerät für die Elektrik im Motorhome. Nach dem Abenteuer mit dem Alternator ist dies kein Luxus. So kann ich die Werte periodisch überwachen und merke dann schnell, falls etwas faul wird. Besonders die Batterie leiden natürlich während dem Stillstand über Monate, der gelegentlich stattfindet. Morgen gehts dann wieder zurück nach Europa und ich bin zufrieden mit den paar Tagen hier. Ich fühle mich sehr relaxed, habe gutes Shopping gemacht und lustige Dinge erlebt.

Mit dem Food hat es sich in guten Grenzen gehalten, auf Alkohol verzichte ich hier ganz und die Waage wird mich hoffentlich nicht enttäuschen. Gerade nach ein paar Tagen in den USA ist man sich bewusst, wie krank es ist, sich vollzufressen und wie die Menschen darunter leiden...

 



New Smyrna Beach, Sa. 13. April 2013.

Die Besorgungen sind gemacht, das Motorhome aufgerüstet und die Airshow ist auf Sonntag vertagt. Die Motivation, mehr als einen halben Tag in Lakeland zu verbringen, ist nicht mehr da. Die General Aviation ist seit Jahren ohne neue Innovation (für was auch?!) und so bleibt mir jeweils die 'Tour' durch die Hangars und über den Ausstellplatz um die 'alten' Bekannten zu sehen. Dazu reichen ein paar Stunden...

New Smyrna Beach habe ich im letzten Dezember besucht und dabei das Motorhome am Strand abgestellt. Sogar ein mutiger Sprung in den Atlantik war drin. Nun, die beiden Davids haben sich vorgenommen, mit dem Surfboard zwei, drei Approaches zu machen und ich fahre mit. Wellenreiten ist die Urform der Surfboarder, kann aber nur dort praktiziert werden, wo es auch anständige Wellen hat - am besten im Pazifik und in Hawaii.

Nordostwind und Dreckwasser.

Gegen Mittag dreht der Wind gegen Osten und die beiden Ryder machen unzufriedene Gesichter. In der Tat ist das Wasser voller Sand und damit trübe. Die optimistisch eingepackte Badehose bleibt wo sie ist - in der Strandtasche. Trotzdem fahren wir ein paar Meilen am Strand entlang - es gibt immer was zu gucken...

Mich erstaunt immer wieder, wieviel Bier die Amerikaner trinken. Eigentlich ist dies ja die germanische Unsitte, aber Biersaufen hat sich globalisiert. Abgesehen davon, dass sich hier eher Leichtbiere beliebt gemacht haben, gibt es auch ganz anständiges Gebräu aller Couleur. Ja, neben Deutschland und Belgien ist vielleicht Amerika heute schon das Land mit dem besten Bier. Ich trinke aber trotzdem keins!

Vekiva Island: Rednecks Place.

Ganz populär ist ein 'Campground' in der Nähe von Apopka, wo sich die Einheimischen vergnügen. Beachball, Kanufahren und so eine Art Hufeisenwerfen mit Sandsäcken wird praktiziert. Vor allem aber wird gesoffen und geraucht - Springbreaklike. Auch die Cops sind präsent und haben von Zeit zu Zeit ein Eifersuchtsproblem zu schlichten, aber im Ganzen geht es sehr friedlich zu.

Was auffällt, sind die Tattos. Schon die jüngsten Girls sind flächig 'verziert' und die Typen haben überhaupt kein Mass mehr hier im Land der unbegrenzten Tätiwierungen.

Mir wirds dann schnell mal langweilig und wir machen uns wieder aus dem Staub. Eine Erfahrung mehr. Darum gehe ich niemals auf einen Campground. Lärmende Besoffene, tausend Hunde und der Gestank von Zigaretten muss ich mir nicht antun. Schade um die schönen Orte - aber eben, man macht Business mit den Leuten, die da halt hinfinden! Immerhin, farbig wars und eine Erfahrung mehr...

 



Winter Park, Fr. 12. April 2013.

Jeder Tag macht mir Freude, denn der Gang der Welt läuft genau so, wie ich diesen vorausgesehen habe. Für jemand in meiner Lage ist jeder Effort zuviel - es gilt ausschliesslich: Konsolidieren, Konsumieren und natürlich ohne jede Einschränkung nur geniessen!

Gestern war ich den ganzen Tag mit einem Typen, den man ruhig als Lebenskünstler bezeichnen darf, unterwegs. Das Motto war simpel: Run about and hang around...

Dass wir jeden Abend dann noch toll essen gehen ist klar - aber ich mach mir Sorgen um meine berühmten Pfunde, die auf keinen Fall zurückkommen dürfen. Wenigstens eine Sorge habe ich...

 



Orlando, Do. 11. April 2013.

Erwacht bin ich nach einem erholsamen Schlaf gleich neben dem McDonald von Winter Park, wo ich 'Georgie' für diese Nacht hingestellt habe.  Duschen, rasieren, neue Wäsche und den erste Apfel verspeisen. Die Amis haben wunderbare Früchte - wie aus dem Paradies. Die glänzen wie eingewachst und schmecken fantastisch.

Ich denke mir: Glück ist doch einfach, wenn einem an nichts fehlt! Darum fällt es mir doch immer schwer, Menschen zu verstehen, welche nur von Gier getrieben werden oder permanent unzufrieden sind. Aber anscheind sind sogar die meisten Kinder heute nur noch unglücklich.


Oh no, Georgie - don't do that with me!

Nun, eigentlich wollte ich nur ein Gasventil reparieren lassen und fuhr heute nach Orlando zu einem Spezialisten, der mir empfohlen wurde.

Ich fahre also auf dem Highway und plötzlich sind alle Anzeigen auf dem Panel auf Null und der riesige Motor geht auf Touren und stellt dann ab! Dies auf der linken Spur im Stau und so plötzlich, dass ein ausrollen nach rechts auf den Pannenstreifen nicht mehr möglich ist. Nichts geht mehr. Die Batterie ist offensichtlich so leer, dass nicht mal mehr der Pannenblinker geht!

Unterdessen hat sich der Stau aufgelöst und die Autos rasen auf der rechten Spur an mir vorbei - an ein Aussteigen ist nicht zu denken. Erste Diagnose: Der Alternator muss futsch sein. Nun, die grossen US-Reisemobile haben zwei Eigenarten: Erstens ist ein sogenannter Generator vorhanden - ein kleiner Hilfsmotor, der auch erlaubt, die Klimaanlagen zu betreiben.

Jetzt wird es richtig teuer - aber es muss sein...

Natürlich lädt der Generator auch die Batterien - und der startet sich mit den 'House-Batteries'. Man muss nur auf den Gedanken kommen! Nach 10 Minuten  'aufladen' gelingt es nun , den Motor zu starten. Sobald ich jedoch den Generator abstelle, ist wieder Schluss! So fahre ich halt 'zweimotorig' zum 'Chassis-Shop' und nun sind die schon seit zwei Stunden am Reparieren! Ich sitze also im Internet-Café nebenan und warte auf guten Bericht. Zwei Dinge sind immerhin positiv: Erstens war meine Diagnose mit der 'Auxilary-Power-Idee' supergut und zweitens hat es keinen Unfall gegeben. Darin sind die Amis halt einfach Klasse - die schauen voraus und driven easy...

 



Apopka, Mi. 10. April 2013.


Einfach den ganzen Tag in den Malls (grosse Einkaufszentren und -Outlets) rumhängen, shoppen und spontane Lokaltrips machen - das ist was ich 'sneaking the territory' nenne...

Ja, es soll Menschen geben, denen es zeitweise langweilig sein soll! Langeweile kannte ich nie im Leben.Manchmal, hasse ich es sogar  dass man sich überhaupt schlafen legen muss - ehrlich..

Das Leben ist ja an sich so spannend! Dies hat übrigens nicht in erster Linie mit Geld zu tun, wie viele denken. Das Leben sollte eine ständige Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten, die jeder induviduell für sich hat, darstellen - wie gross oder klein die auch immer sind. Gut, shoppen ohne Kohle geht nicht - aber soviele Dinge braucht man nicht! Bewusst verzichten ist ein sehr gutes Gefühl! 

Ja, man sollte wirklich wählerisch sein mit den 'unncessairy goodies' - ich versuche dies täglich. Aber nun sind schon wieder vier Taschen mit Zeugs zusammen. Der Koffer für die Heimreise wird mal wieder schön voll sein! Vorsätze...

Ach, etwas 'Nützliches' habe ich doch noch vollbracht: Den Propane-Tank auffüllen lassen -  der war leer und der Kühlschrank lief nicht mehr.

Morgen gehts Richtung Süden, denn ich will ja am Wochenende in Lakeland die Airshow besuchen. Deswegen bin ich zwar nicht in erster Linie hergekommen - aber es ist doch Tradition...

 



Zürich - Apopka, Di. 09. April 2013.

Ja, der erste Tag ist immer der anstrengendste von allen: Früh aufstehen, Gepäck noch mal überprüfen und mit der Bahn nach Zürich-Flughafen zockeln. Dann kommt die Eincheckerei und natürlich fast immer der verspätete Abflug.

Dass der Flughafen in Zürich auch im Jahre 2013 in den Warteräumen immer noch keine einzige Steckdose für Laptops oder Handies hat, ist einfach nur lächerlich.
Dafür ist der Flughafen so verbaut und 'unhandlich' wie kaum ein anderer! Die grössenwahnsinnigen Spinner in Zürich nannten das verbaute Ding über sogar Jahre 'Unique'! Nein, man muss sich eher schämen über das ärmliche, spiessige Bild für Ankommende...


Etwas 'Nostalgie' von dem Abflug.

Irgendwann, habe ich mir vorgenommen, will ich wissen, wieviele Male ich schon in die USA gereist bin. Ich habe die alten Pässe aufgehoben und brauche nur die Stempel zu zählen! Auf jeden Fall habe ich Jahre dort verbracht und das Land (oder auch der Kontinent) ist mir so familiär wie Frankreich oder Spanien. Was geändert hat, sind natürlich die Umstände der Reiserei. Damals, noch mit der Swissair-Coronado oder den DC-10 waren Flugreisen vielleicht nicht mehr ein Privileg, aber doch die Ausnahme. Viele Menschen waren höchstens auf den Terrassen des Flughafens anzutreffen - Leute, die noch davon träumten, in ferne Länder zu entfliegen...

Heute ist alles banalisiert und die Passagiere werden wie Viehherden eingepfercht und durch die lächerlichen Schleusen und Gepäckkontrollen geschickt. Egal, ob Business- oder Holzklasse - vor der Diktatur der Sicherheitskontrollen sind alle gleich. Hier ein entsprechender
Coup de Gueule im Spiegel.

Mit fast zwei Stunden Verspätung gehts los... Wie soll das noch rentieren?!

Ich persönlich bin fast immer 'verdächtig', denn ich reise nur mit einem minimalen Handgepäck, weil ich ja an der Destination im Motorhome über alles verfüge. Diesmal ist sogar das letzte Mal ein Laptop dabei. Der gute, alte ACER wird in Orlando belassen. Damit habe ich zukünftig nur noch einen Ministick oder eine SD-Card dabei, was mir ermöglicht, ohne jedes Gepäck in die USA zu reisen. Ob das den simplen 'Wächtern' überhaupt in den Kopf passen wird, bezweifle ich!

Anstehen bei den Security-Lachnummern muss man auch heute - aber es sind fast keine Leute unterwegs! Sowas habe ich noch nicht erlebt.


Wie soll das noch rentieren?!

Auch der Flug US 711 war knapp zu Hälfte besetzt. Die Zahlen über die prozentuale Besetzung der Flugzeuge kann ich einfach nicht glauben. Natürlich wird querfinanziert - die Flugindustrie ist eigentlich jedem Land wichtig. Aber vielleicht kommt bald 'Abhilfe' nach dem Rezept eines Foristen:
''Die billige Vielfliegerei von Hinz und Kunz ist zu einer Unsitte und Plage geworden und die Lust, dergestalt zu reisen, sollte noch energischer gedämpft werden als nur durch Kontrollen und lange Wartezeiten, zum Beispiel durch eine deutliche Verteuerung.'' Dem kann man nur zustimmen!

Vielleicht wird aben auch wieder mal ein anständiger Terroranschlag inszeniert und das private Reisen 'nur zum reinen Vergnügen' ganz verchwinden. Dann wird die Welt wie damals die DDR, welche ja so viele zurück wünschen. Schluss mit der 'Mobilität um jeden Preis'! -Mit dem Effekt, dass die Menschen  ohne den Zwang zu konsumieren und zu funktionieren - wieder einmal glücklicher leben werden!

 

 


 

Hier vor einem Jahr: Florida-Trip 2012
 

Lakeland - Samstag, 31.März 2012

Letztes Jahre hat ja ein Tornado die Show verwüstet - ich war nicht weit weg auf dem Weg nach Tampa. Ich hatte den Besuch um einen Tag verschoben, denn Sturm- und Regenwarnung herrschte ja bereits. Ein Tornado ist zwar sehr lokal mit den Verwüstungen, aber die Gewitter und Böen im weiten Umkreis sind auch nicht von schlechten Eltern. Vor mir jedenfalls war damals ein leerer Schlepper auf dem Highway gekippt und auch mit meinem Motorhome war die Spur kaum zu halten - von der Sicht gar nicht zu reden!

Dieses Mal nun sind die Götter der Show wohlgesonnen und ich hoffe, dass alles auch ohne Unfall über die Bühne geht. Der Typ gestern Nacht mit dem Helikopter - den gleichen Typ flog ich auch - hat jedenfalls in einem Mass an der Limite ruumgeschraubt, das eigentlich gar nicht nötig gewesen wäre. Aber man kann halt in eine Euphorie vor Publikum geraten - dies weiss jeder Showpilot, Bühnenakrobat und Rennfahrer...

Die Zuschauer kommen zu Tausenden schon um acht Uhr morgens, davon sind natürlich kaum ein paar Prozent Piloten - aber die Leute wollen einfach Spass haben und staunen ob der Stunts und den ausgestellten Flugzeugen und posten vielleicht ein paar Goodies an den vielen Verkaufsständen.
 



Sarasota - Freitag, 30.März 2012

Die Schwester meiner Mutter, also meine Tante, lebt seit 60 Jahren in den USA und wohnt seit langem nun in Florida. Wenn ich in der Nähe bin, mache ich jeweils einen kurzen Besuch. Früher führten wir äusserst angeregte Gespräche, aber nun ist sie müde und ich verschone sie natürlich mit anstrengenden Diskussionen. Sie ist aber noch völlig klar, keinesfalls vergesslich aber dass alles bald zu Ende ist, macht ihr erhebliche Mühe. Nachdem ich nun bald die meisten meiner Freunde - welche auch meistens älter waren - verloren habe, wird die Luft in Sachen guter Bekanntschaften langsam dünn. Ich selber bin mir natürlich sehr bewusst, dass jederzeit auch für mich Schluss sein kann - aber damit habe ich keine Mühe, denn die Welt, wie sich sich in ein paar Jahren zeigen wird, ist für mich nicht mehr interessant - mal vom Alter abgesehen.

Im verlorenen Amerika...

Seit zwei Tagen fahre ich nur noch auf Nebenstrassen und komme durch Orte in denen ich nie war und auch nie mehr sein werde. Amerika ist ja Apartheit-mässig aufgeteilt und zwar durch den ganzen Kontinent. Es gibt also Städte welche mehrheitlich schwarz sind - mit eine paar verteilten Latinos - und in anderen wie Sarasota, Naples und Venice haben sogar die Gärtner und Müllmänner weiss zu sein. Wenn man sich also in einem 'schwarzen' Kaff in einen McDonalds oder KFC verirrt (Starbucks gibts da keine) wird man ziemlich feindselig behandelt. Die wollen einfach unter sich sein - Rassismus pur, aber ich vestehe sie ja gut, denn Blödsinn wie 'political correctness' haben bestimmt nicht die Afros erfunden und die wollen sich die skurillen Sachen wie Multikulti und 'alle Menschen sind gleich'-Fantasien bestimmt nicht aufs Auge drücken lassen!

Man muss hier einfach aufpassen, auf keinen Fall ein falsches Wort sagen und vor allem nichts fragen. Die Leute hier wollen als Luft behandelt werden und betrachten Fremde ebenso. Am besten macht man einen grossen Bogen um diese Ghettos - denn ausser Dreck, Verfall und zugedröhnten Typen sieht man dort nichts. Alkohol, aber auch harte Drogen sind un den USA überall. Irgendwie sind die Schwarzen hier realistisch, denn sie haben begriffen, dass die Zukunft kein besseres Leben bringt und lassen sich nicht mehr einspannen. Dass fast zwanzigste im Gefängnis sitzt wundert keinen der die Verhältnisse kennt.

Airshow by Night.

Ich habe beschlossen noch heute Freitag abend nach Lakeland zu fahren und wurde bei der Ankunft um 20 Uhr davon überrascht, dass sich eine Flugzeugformation in der Luft befand, welche Feuerwerk abschoss. Das ist das andere Amerika, das optimistische und unbeschwerte Land, welche kaum Grenzen kennt. Ich habe jedenfalls noch nicht von Nachtakrobatik mit Feuerwerk in Europa gehört. Den Vogel schoss dann ein Helipilot (mit einem Hughes 300) ab, der von einem Renversement zum anderen taumelte und mit feuerwerken nicht aufhören wollte. Dazu aus vollen Lautsprechern 'Living in America' und am Schluss brachte er es noch fertig eine riesige USA-Flagge in die Luft zu bringen, welche dann von Boden mit einem starken Scheinwerfer angestrahlt wurde. Wirklich eine atemberaubende Show.
 



Venice - Donnerstag, 29.März 2012

Bis nach Naples habe ich es geschafft - vom Atlantik an den Golf von Mexico. Immer noch Superwetter bei 16 Grad - wird schon langweilig.

Morgen mache ich den Rest der Einkäufe und dann gehts zu Airshow. Die Mondialisierung hat bewirkt, dass wir überall alles haben können und doch gibt es Ausnahmen: Gewisse Artikel lassen sich nur im 'eigenen' Land verkaufen, weil sie einfach dem Geschmack oder den Gewohnheiten entsprechen. Wer würde bei uns schon teures Pfefferminz-Shampoo oder klebriges Badegel kaufen, dass 99 Prozent aller Bakterien killt? Eben - aber hier fahren die Leute darauf ab.

Country oder Hip Hop?

In den USA gibt es ja seit einiger Zeit Satellitenradio - das heisst, dass keine terrestrischen Sender nötig sind. Diese sind in der Regel commercial-free, das heisst dass man die immer gleichen Werbeclips-Folter los ist. Allerdings sind die Pakete vielfach nach Musik-Stil geschnürt und so bin ich beim aktuellen Hip-Hop gelandet - man kann sich daran gewöhnen!

Dieser geht nun stark in Richtung Techno wie wir dies in Europa gewohnt sind. Viele Interpreten sind gemischt oder Frauen - der Gangsta-Rap in der Art von 50-Cent mit seinen Shit/Fuck-Texten ist wohl bald Geschichte - da trauert wohl keiner.

Mir sind mit dem Velo da.

Anders als in Europa wo die Wohnmobile sogenannte Garagen aufweisen müssen (in meinem Carthago hat ja bekanntlich die 1000-er Aprilia Platz) hängen die Amis einfach ihr Auto dran. Die Strassenverhältnisse lassen sie zu.

Stauraum in Seitenkästen ist nämlich in den grossen Motorhomes Mangelware, denn da sind Zusatzaggregate (bei mir ein 10kW-Generator), sogenannte Party-Packs mit TV und Soundgenerator und natürlich die Aussendusche -  manchmal sogar ein ausziehbarer Grill.

Mindestens ein Mini-Fahrrad wollte ich jedoch dabeihaben und das ist nun angeschaft. Sogar die Beleuchtung ist mit LED-Lampe ist up to date. Nur ausgeführt habe ich das Ding noch nicht. Heute bin ich zu faul, morgen teste ich und nehme es mit an die AirShow. Dann kann jeder sagen:
Oh, you are doing some exercise! Die Amerikaner kämen nämlich nie auf die Idee (ausser in New York) mit dem Velo einkaufen oder zur Arbeit zu gehen - hier ist ein Bicyle ein reines Sportgerät und sonst zu nichts zu gebrauchen...
 



Ft.Pierce - Mittwoch, 28. März 2012

Das Driven mit dem Motorhome ist ja nur ein kleiner Teil des Besonderen eines solchen Kurztrips. Der grosse Unterschied zum Reisen mit einem Mietwagen, wie ich dies jahrelang gemacht habe, ist nicht nur der Fakt dass man jeden Abend irgendwelche Hotels testen musste oder etwa die 'Unabhängigkeit' von Restaurants, sondern die totale Autonomie.

Damit meine ich, dass man wirklich jederzeit alles haben kann, was einem gerade einfällt

Genau dies zum Knabbern oder zum Trinken was man sich in Reserve gelegt hat - auch warm oder eisgekühlt. Man kann sich jederzeit einen Moment komfortabel hinlegen, oder einfach an einem schönen Ort die Aussicht geniessen - natürlich auch auf dem Sofa oder am Esstisch. Sich wie zu Hause waschen zu können, die gewohnte Toilette jederzeit aufzusuchen und die Klamotten immer zur Hand zu haben, das ist eben nur mit einem 'Tourbus' möglich. Ich geniesse das und nur dies ist totaler Komfort für mich!

Der Aufwand allerdings ist gross: Das Fahren ist anspruchsvoll, Alkohol tabu und diese Art des Reisen ist ein sehr teures Vergnügen - besonders seit die Treibstoffpreise sich fast verdoppelt haben!

Florida im März - herrlich!

Mir macht die Sommerhitze wenig aus und in der USA kühlt man sich einfach mit der Aircondition wie es gerade gefällt. Zu dieser Jahreszeit allerdings ist Zentralflorida wettermässig vielleicht etwa so wie Spanien im Juni. Es weht meistens ein leichter Wind, Niederschläge sind kaum anzutreffen und die Temparatur schwankt so um die 25 Grad.

Mücken sind noch nicht 'reif' und vor allem gehört Florida noch den Menschen, welche mehr oder weniger das ganze Jahr hier wohnen. Amerika ist ja ein touristenunfreunliches Land geworden - aber Florida im Frühling ist noch ganz wie früher!


 



Apopka - Dienstag, 27. März 2012

Erste Dusche und Haarewaschen mit dem neuen 'Peppermint-Shampoo' - ja, das gibts unterdessen auch im Amiland - heute morgen um fünf Uhr lokal. Gestern war ich einfach zu faul und habe noch mit dem immer aufgestellten Verkaufspersonal rumgealbert, die Batterien angeschlossen und die Wassertanks gefüllt.

Die Nacht war wunderbar ruhig und nach der grossen Tour stellt sich ein merkwürdiges Heimat-Gefühl in meinem US-Home-Bus ein. Sogar nach drei Monaten Abwesenheit hatte es genug zu futtern und auch noch eine Reserve meines geliebten Dr-Pepper-Drinks! Feeling good!

Die Zeitverschiebung West-Ost ist ja kein Deal - erst bei der Rückkehr in der Schweiz beginne ich jeweils zu leiden - aber dies ist ja noch acht Tage weit weg!

Schweizer-Spiesser-Standard!                                                

Ich weiss es ist etwas lächerlich und nicht sehr cool und nett! Auch wenn die Freunde hier mein geparktes Motorhome schön bereitstellen, habe ich immer etwas rumzuputzen. Natütlich lachen die Amis über soviel Perfektionismus - das entspricht gar nicht dem floridianischen Naturell!

Auch die Funktionskontrollen sind mir wichtig. Liegenbleiben mit den 20Tonnen-Dingern etwa noch auf Highway wird unheimlich teuer!

Trotz allem muss man sagen, dass ich eigentlich mit dem Carthago viel mehr Aerger und Kosten habe. Europäische 'Hochtechnologie' ist halt immer anfälliger und wartungsintensiver als amerikanischer Pragmatismus. Das sieht man auch im Besonderen bei den Privat-Flugzeugen. Darum bleibe ich bei den guten, bewährten 'Steinzeit-Cessnas', welche allerdings in den Flugleistungen (ausser dem Top-Speed) immer noch allem, was nachgekommen ist, weit überlegen sind.


 

 

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