:: Gregor Fischer ::

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Trip Nord-Europa:

Was ist hier los?!


Tagebuch einer EU-Reise (2015)



Es geht mir nicht darum einfach noch eine weitere Reise zu tätigen. Ich möchte mir ein Bild davon machen was uns wohl bald in der Zukunft erwarten wird. Vor kurzem waren wir ja noch 'im Orient' - mit der Türkei, Griechenland und allen Balkanstaaten auf dem Programm. Schon seither hat sich offensichtlich viel verändert, wenn man nicht gar von Chaos sprechen will. Mal schauen, was die Millionen künftigen Parasiten - von der Asylindustrie sogar Willkommensflüchtlinge genannt, in einigen Wochen schon aus dem grossen Kanton gemacht haben. In Frankreich ist die Chose nuin schon gestartet: Je suis Paris, bravo Behörden!

Ich bin ja schon lange überzeugt: Eine grosse Krise mit entsprechendem Chaos muss her - das ist gewollt. Gestern Griechenland, heute Deutschland, Frankreich, Italien und ja, morgen wohl auch die Schweiz werden heimgesucht von Millionen Bittstellern, Kulturvernichtern und vielleicht auch Mördern...


 

Heading South - due to meteo...                                         Freitag 20. November 2015

Hier in Bayern ist schon für die kommende Nacht Schnee angesagt und das Wochenende soll dann richtig weiss werden. Nichts für uns unter diesen Umständen. Keine Lust mit dem LKW auf glatten Strassen rumzukurbeln und meine Zeit zu verlieren. Auch Besichtigungen bei Regen, Schnee und Wind sind nicht angenehm.

Ich halte nun auf Strassburg, wobei man nicht weiss wie der Grenzübergang gehandhabt wird. Wenn da stundenweise Stau herrscht, drehe ich ab und fahre in die Schweiz. Wir haben bis jetzt soviel Glück gehabt mit dem Wetter - es gibt wirklich nichts zu klagen..

 


 

Bayreuth und Hinterland.                                           Donnerstag 19. November 2015

Die Stadt nennt sich gerne Kultur- und Universitätsstadt und ist vor allem auch bekannt durch die Wagner Festspiele, welche auf sechs Jahre ausgebucht sein sollen! Nicht mein Ding.

Hervorzuheben ist jedoch die Altstadt, welche eine Unzahl schöner Gebäude - vom verzierten Privathaus bis zu monumentalen 'Staatspalästen' - aufweist. Natürlich haben die Multis Einzug gehalten, aber es sind noch erfreulich viele spezifische Geschäfte und Läden vorhanden.

Der Weihnachtsmarkt beginnt sich zögerlich zu installieren, aber die Besucher in der Stadt sind extrem spärlich. Am Wetter kann es nicht liegen - vielleicht sind sie doch geschockt und entmutigt ob ihrer Versagerregierung...

Am Nachmittag kam der Regen und wir sind weiter gefahren bis nach Creussen, einer Kleinstadt, malerisch auf einem Hügel angesiedelt. Ein regnerische, aber wohl ruhige steht uns bevor.

 


 

Spaziergang in Karlsberg...                                           Mittwoch, 18. November 2015

Karlovy Vary, eben Karlsberg, ist eine geschichtsträchtige Stadt und passt in vielen Dingen zu Prag. Die Gebäude aus der Gründerzeit sind zum grossen Teil renoviert und haben nicht Neubauten weichen müssen. Die Fussgängerzonen sind grosszügig und trotz des heute winterlichen Wetter waren erstaunlich viele Menschen unterwegs. Ein paar Sonnenstrahlen wirken immer Wunder!

Früher war Karlsberg vor allem für seine Keramik berühmt - aber die grossen Manufakturen sind weg. Konkurrenz aus China und anderswo. Die Therme mit dem Hotel wurde vor einigen Jahrzehnten hingeklotzt und glücklicherweise etwas weg vom historischen Zentrum.

Heute noch wollen wir weiter Richtung Beyreuth und somit zurück nach Deutschland...

 


 

Scheisswetter in Richtung Tschechien...                 Dienstag, 17. November 2015

Ja, ist halt Herbst - auch im Norden, oder eben vor allem hier! Egal, Dresden gestern war toll, die Besichtigung und die Menschen. Wir waren kurz in einem Restaurant (Radelberger Ausschank). Ein Bierchen, feine Würste, Sauer- und Rotkraut und Knödel - aber nun ist ab heute eher vernünftiges Schmalhans-Regime angesagt.

Wir wollen über Most (wo ich vor einigen Jahren Erfolge auf der Rennstrecke feierte) und Chamutov nach Karlsberg fahren. Karlsberg ist zwar nicht sehr gross, aber doch einen Halt wert. Vielleicht kaufen wir einen kitschigen Teeservice, Porzellanengel oder so - bald ist ja Weihnachten!

Teplice-Most-Chamatov

Der Norden der Tschechischen Republik ist natürlich nicht zu vergleichen mit der Weltkulturstadt Prag in seiner Pracht - aber die Innenstädte haben grosse Fortschritte gemacht. Vor allem Most ist teilweise nicht wiederzuerkennen. Viele historische Gebäude werden renoviert und im Zentrum ist ein respektabler Konsumtempel entstanden.

Weiter südlich sind grosse, relativ luxeriöse Siedlungen im Bau oder vollendet. Sie haben das Zeug zu künftigen Gated Communities. Ich kann mir allerdings nicht vorstellen hier zu leben - die Spreche! Dann doch noch lieber Dresden!

Morgen geht es weiter Richtung Karlovy Vary und dann wieder zurück nach Deutschland. Ich hoffe sehr, die Grenzen sind dann noch offen - man hört, dass es sich in Sachen Grenzschliessung was zusammenbraut.

 


 

Pegidamarsch  in Dresden.                                           Montag, 16. November 2015

Nach der Leseart der deutschen Politiker-Flaschen gehöre ich wohl nun auch zum 'Pack'. Wir sind heute - bei gutem Wetter - am Spaziergang durch Dresden mitgelaufen.

Ich war noch nie an einer Demo, denn ich bin der Ansicht, dass dies nichts nützt. Die eingesetzten Politiker-Marionetten - welche sich für unverwundbar und über dem Gesetz stehend halten - werden kaum von ein paar tausend ruhig durch die Stadt ziehender Bürger beeindruckt. Für uns war es jedenfalls ein sehr emotionales Erlebnis, denn widersprechend der Vorurteile waren kein Gebrüll noch viele Pfiffe zu hören.

Eigentlich war es ein Trauermarsch: Friedliche, aber offensichtlich besorgte Menschen scheinen zu wissen, dass sie ihre bisherigen Gewohnheiten, ihre Sicherheit und den Frieden zu Grabe tragen. Dass die verlogenen Politiker von dieser Bewegung bedroht werden, denke ich nicht - aber dass sie diese Mitbürger hasserfüllt als Pack bezeichnen, zeigt ihre wohl schon verzweifelte Lage.

 


 

Tropical Islands - Phoenix aus der Asche...              Sonntag, 15. November 2015

Vor vielen Jahren - und dies ist leider kein Märchen - haben ein paar windige Bluffer um einen Typen namens von Gablenz das Projekt 'Cargolifter' ins Leben gerufen. Es hätte eine Art Luftschiff entstehen sollen, das bis zu 160 Tonnen 'punktgenau' transportieren und absetzen kann. Natürlich war dies weder technisch noch meteorologisch realisierbar. Die Chose endete dann in einem gewaltigen Konkurs. Viele kleine Anleger, welche wie Sektenmitglieder an von Gablenz geglaubt haben, verloren alles!

Nach dem Konkurs wurde die an sich nutzlose Halle von malaysischen Geldgebern dem neuen Zweck zugeführt: Ein Freizeit- und Wasserspass für Familien. Ich habe mir alles angeschaut und muss anerkennen, dass mit grosser Professionalität vorgegangen wurde.

Man muss wissen, dass die Halle auf einem alten sowjetischen Militärflugplatz steht und die Piste, Taxiways und Shelter (Flugzeugbunker) können aus Kostengründen nicht einfach entfernt werden. So wurde alles recycelt - es entstanden endlose Parkplätze, ein grosser Campingplatz, Mobilhomes und eine Siedlung mit einer Art Cottages ähnlich denen von Center Park.

Gerade jetzt mit den Problemen in südlichen Ländern und mit der serbelnden kommerziellen Fliegerei könnte das Projekt eine grossartige Zukunft haben. Die Unternehmer haben Mut gezeigt und man wünscht ihnen neidlos vollen weiteren Erfolg!

 


 

Am richtigen Ort zur richtigen Zeit...                          Samstag, 14. November 2015

Wow, sogar in Deutschland ist man beeindruckt vom neuesten 'Coup en France'. Aber nur ein bisschen und ein natürlich in der naiven Hoffnung, dass es hier ruhig bleibt. Aber mit Tausenden nicht registrierten Afghanen und Syrern hier in Europa haben die 'Eliten' doch was vor?! Der Asylindustrie bringen die jedenfalls nichts. Von was sollen die den leben? Hmm, denken wir mal nach...

Nun, wir machen uns heute langsam vom Acker - und immer schön weiter beobachten, es immer spannend wenn man so ungefähr weiss, was auf dem Programm des grossen Welttheater ist...

 


 

Berlin - ich liebe dich noch immer...                          Freitag, 13. November 2015

Berlin ist und bleibt einer meiner Favoriten unter den Grosstädte in Europa. Allerdings habe ich die Bewohner vor drei Jahren noch fröhlicher angetroffen als dieses Mal.

Ist ja auch klar: Wer denken kann, sieht den Schlamassel kommen, den USrael - hier auch vertreten durch die treue Vasallin Merkel - den gutgläubigen Deutschen eingebrockt haben. Die Menschen sind resigniert - über Politik und Zukunft will kaum einer mehr reden!

Wir jedoch haben uns einen schon Runabout-Day mit dem Scooter geleistet. Morgen geht es zum letzten Mal hier in eine schöne Kneipe. Dann verabschieden wir uns für einen Tag ins 'Tropical Island'.

 


 

Anders gesehen: Berlin nun dreigeteilt.              Donnerstag, 12. November 2015

Berlin ist, zugegeben oberflächlich gesehen, eine tolle, wahrscheinlich auch lebenswerte Stadt. Die Grösse erlaubt, dass immer etwas los ist und dies offensichtlich zu jeder Jahreszeit.

Aus der ehemals geteilten Stadt ist nun die offizielle Hauptstadt geworden - ebendreigeteilt:

Im Norden (ex-DDR) Pankow und Prenzlauer Berg mit den unterdessen renovierten grossen Mietshäusern und einer Unzahl von Kneipen, welche die Ossis - und die Zugezogenen - eifrig besuchen. Es herrscht eine (klein)-bürgerliche Athmosphäre und auch  die zahllosen Schrebergärten mit den 'Datschas fürs Volk' sind noch da. Wuseln hier auch Kopftuchfrauen? No way!

Dann Berlin Mitte: Wir zwängten uns mit dem Hannibal durch das Zentrum (morgen kommt der Roller zum Einsatz) - ausser in der Friedrichsstrasse war gar nicht soviel los. Die Bautätigkeit ist enorm. Es wird natürlich renvoviert, die Strassen aufgerissen, aber auch neu gebaut. Etliche Hochhäuser werden hochgezogen. Für wen? Wenn Deutschland in die Krise segelt, dann hallo! Aber eben, dies war schon lange geplant - lange bevor die Flüchtlings-Volkswagen-Deutsche Bank-Misere anlief...

Dritte Stadt: Klein Ankara. Kreuzberg und Neukölln ist sichtbar fest in muslimischer Hand. Alle Vorurteile werden bedient: Unrat liegt umher, es ist laut, die Cafés sind von Männern besetzt, Protzschlitten stehen undiszipliert abgestellt umher - kurz Orientalen-Folklore pur! Wir haben mit der Dashcam eine spektakuläre Strassensequenz erwischt - aber davon (vielleicht) später...

 


 

Heute endlich wieder Berlin - mal sehen!              Mittwoch, 11. November 2015

Das letzte Mal, als Hannibal Berlin erobert hat, war vor drei Jahren. Da waren wir mit der Stadt recht zufrieden. Dass der Flughafen nie fertig werden würde und Tempelhof Migranten als neue Heimat angedreht wird, war unvorstellbar.

Der Uebernachtung in freier Natur fand hier am Ufer des Uckersees statt. Silence - nachdem der Letzte des Rudervereins das Lokal verlassen hatte. Zuviel Ruhe raubt den Schlaf, sagt man...

Heute morgen dann noch zu McDonalds - wieder in Euro zahlen. Fertig Zlotys. Ich habe noch Cash und will den loswerden. Mit Tanken geht dies ganz schnell. Noch kann man ja hier bar zahlen und die Kassiererin zuckt nicht mit der Wimper wenn sie einen Fünfhunderter sieht. In Frankreich werden nun sogar Hunderter zurückgewiesen. Vive la France!

Bahnhof Pankow, Ostberlin

Wegen dem Zapfenstreich ist die Innenstadt von Berlin blockiert, man hört am Radio von Wartezeiten bis zu einer Stunde. Auch die Seitenstrassen seien verstopft. Na dann - Alexanderplatz, Brandenburger Tor und Kudamm müssen also noch warten. Das Wetter wird morgen gut, also können wir den Roller einsetzen.

Als erstes haben wir im Restaurant Daheim eingecheckt. Schon um fünf Uhr nachmittags sind die meisten Tische besetzt - nicht zum Tee etwa - nein, die Gäste essen richtig fein: Eisbein, Gänsebraten oder Schnitzel werden fröhlich mit einem grossen Bier verputzt, dies gefällt übrigens Männlein wie Weiblein!

Die Menschen hier scheinen sich zu kennen und das Personal gibt sich wirklich aussergewöhnlich Mühe. Eine Freude, das Idyll hier heute Nachmittag zu beobachten und dies meine ich nicht etwa ironisch! Wir kaufen noch eine hausgemachte Patisserie in einer 'originalen' Bäckerei. Mit Kurbelregistrierkasse - in Betrieb bitte schön - und altmodischer Waage! Die Verkäuferin arbeitet hier schon seit vierzig Jahren und hat nun den zweiten Patron. Man hängt auch hier am Alten!

Schwieriger wird es, den Hannibal unterzubringen. Nun,  wir finden eine ruhige Quartierstrasse gleich um die Ecke und da wird das Riesending wohl einige Zeit bleiben - auffallen wird er bestimmt!.
 


 

Stettin (Szczecin), Kreisstadt in Polen.                     Dienstag, 10. November 2015

Polen geht es gut, heisst es - und mir scheint es auch so. Die Häuser, die Autos und die Innenstädte sind gepflegt. Ok, das Wetter ist halt herbstlich-winterlich, aber das weiss man ja nun.

Wir machen trotz den bedrohlichen Wolken eine ausgiebige Scooter-Tour und einen ebensolchen Marsch durch die Stadt, welche sich an jeder Ecke in einer Umbauphase befindet. Die Trams, also Strassenbahnen, bestehen aus modernen Einheiten und wirklichen Oldtimern.

Obwohl auch in Polen die Kirche Mühe hat, die Gläubigen bei der Stange zu halten, sind die zahlreichen Kirchen in gutem Zustand. Ja, Stettin ist eine sympathische Stadt.

Polen  ein Shopping-Paradies? Ich denke ja!

Unglaublich gross ist nämlich ist die Auswahl in den Super- und Baumärkten. Ich behaupte, dass nicht mal in den grossen Home-Depots etc. in den USA soviel Artikel zu Kauf bereitstehen. Die Preise sind teilweise ein Witz! So sind mir Steckdosen aufgefallen - in EU Norm - für umgerechnet weniger als drei Euros. In Frankreich kosten die selben fast fünf Mal mehr...

Natürlich ist vor allem auch das internationale Standard-Angebot vorhanden. Beispielweise eine erstaunlich grosse Auswahl (auch französischer) Käsesorten. Alle denkbaren und bekannten Marken in Kosmetik, Esswaren und Elektronik sind vertreten. Aber, da gibt es Dinge, die gibt es nicht - jedenfalls sonst in Europa! Flachkabel 230V, Dashcameras für 20 Euros mit allen Funktionen und, und...

Natürlich laufen wir mit zwei grossen Taschen aus dem Einkaufscenter - sogar wieder Klamotten (dabei ist der Hannibal damit schon überladen) haben es uns angetan. Dabei marschieren wir ja meisten mit unseren Lieblingssachen durch die Gegend. So ist eben Shopping - ein Vergnügen und vielleicht ein bisschen eine Sucht. Es sind ja auch Andenken, sagt man sich..!

 


 

Lubieszyn, an der deutsch-polnischen Grenze.     Montag, 09. November 2015

Eine (böse) Unterstellung ist ja, dass die Polen alles klauen würden, was nicht angebunden sei. Dies ist wohl kaum mehr der Fall - im Gegenteil.

Die Kontrollen in den Geschäften sind eher lasch. Nachdem alle Velos in Deutschland auf jede denkbare Weise gesichert werden, sehen wir hier die ersten, die einfach vor dem Café rumstehen.

Die Scharia kann es (noch) nicht sein, denn  Muslime sind hier in Polen einfach unsichtbar. Keine einzige Kopftuchfrau haben wir in zwei Tagen angetroffen, dafür aber sehr freundliche, wenn auch sprachunkundige Einheimische...

Am ersten Tag an der Grenzstelle beobachteten wir während dem Essen und dem Kaffee die Kunden an der Tankstelle und auf dem Parking eines grossen Supermarkts, der hier 'Biedronka' heisst. Polinnen sind in der Regel recht elegant angezogen und auch sichtbar weniger fett als ihre deutschen Artgenossinnen. Die Typen allerdings sind schon meistens massiv und grob - erinnern mich an Bulgaren.

Hallo Schubladendenken, du hast mich wieder - was denn sonst! Die dicksten Karren hatten übrigens alle polnische Nummern, obwohl die Hälfte oder mehr Deutsche waren, welche hier tanken und einkaufen.

 


 

Wunderwetter - aber Migräne!                        Sonntag, 08. November 2015

Wir haben uns auf den Sonntag gefreut, aber schon in der Nacht hatte ich Kopfschmerzen und dies wurde nicht besser. Ich war nicht fähig, einen Kaffee zu trinken und Julie machte einen langen Walk durch die Stadt. Leider, berichtete sie, was alles zu - im Gegensatz zum 'Westen' wollen die Ossis wohl das Sonntagsverkaufsverbot beibehalten. Darum war gestern soviel los in der Stadt!

Erst am Nachmittag, nachdem ich mir mit einer Suppe den Magen beruhigt hatte, machten wir weg. Richtung Polen. Die Strassen waren schlecht - noch Betonplatten mit den berühmten Querfugen - und die bekommen dem Hannibal ganz schlecht. Erinnerungen an Bulgarien...

Wir rollen dann bis nach Lubieszyn, Polen. Ich habe für heute genug. Wir machen noch einen Bummel durch einen Supermarkt um die Beine zu vertreten. Für mich ist nur noch eines denkbar - hinlegen und auf einen guten Schlaf hoffen. Immerhin, das WLAN funktioniert und Julie kann surfen und ihren kranken Driver bis morgen vergessen.

 


 

Greifswald und Neu-Brandenburg.              Samstag, 07. November 2015

Greifswald ist eine normale, fast banale Stadt - wir bleiben nicht lange und fahren gegen Mittag los, über Land. An der Bundesstrasse ist ein grosser Gasthof gelegen, der sich 'Klatzover Berg' nennt, mit gut ausgebautem Parkplatz. Mit unserem 10m-Bus ist dies immer von Vorteil.

Die Einrichtung ist einladend und Angela, die Bedienung, äusserst freundlich und motiviert. Ein privates Fest ist im Gange. Jemand feiert mit der grossen Familie die diamantene Hochzeit, das heisst, wie wir erfahren, 60 Jahre verheiratet sein. Ja, sowas kann uns beiden nicht mehr passieren - Spass mal beiseite - ich finde dies aber schön!

Bisher haben wir immer mehr oder weniger ausgefallene, schicke Speisen bestellt und Julie hat sich beklagt, dass die noch kein richtiges Schnitzel vorgesetzt bekam. Hier ist auch um vier Uhr nachmittags die Küche offen und das verlangte 'Schni-Po' lässt, nachdem das Fleisch in der Küche ordentlich geprügelt wurde, nicht lange auf sich warten. Ausgezeichnet, so muss ein paniertes Schnitzel schmecken!

Wir rollen weiter bis Neu-Brandenburg. Hier ist innerhalb der grossartigen Stadtmauern viel Leben in den Strassen. Eine Musical-Aufführung besuchen wir nicht, da die keine Kreditkarten annehmen. Extra dafür Bargeld zu holen ist mir dann schon zuwider...

 


 

Das Pommernland ist - nicht - abgebrannt!             Freitag, 06. November 2015

Die Insel Rügen - Oase der Ruhe gemäss Eigenwerbung - ist genau dies. Bei Sonnenschein kann das Eiland, mit einer spektakulären Brücke mit dem Festland verbunden, sicher für Erholungssuchende perfekt sein. Viel los ist jedenfalls nicht.

Für mich hat es sich doch gelohnt: Das erste mal DDR-Feeling pur. Kaum ein Neubau, dafür die meisten Häuser im originalen Zustand. Einige aus der Gründerzeit, dann natürlich die 60er/70er-Schandtaten, aber das Ganze eine optische Reise zurück in die Zeit der Arbeiterrepublik. Ich war ja kurz nach dem Mauerfall schon da.

Tausendmal lieber bei den Ossis als in der Mischpoke!

Der Osten hat - ja, natürlich mit der westlichen Hilfe, wie immer tont wird - total aufgeholt. In jeder Hinsicht.  Die grösseren Städte wie Rostock sind schlicht denen der alten Bundesländer auswechselbar. Es bestehen viele Cafés und Kneipen und die sind sogar gut besetzt. Ich würde es jedenfalls vorziehen, hier zu leben als beispielsweise im Raum Köln oder Duisburg - trotz dem marginalen Wetter.

Die Menschen sind auch nicht schlechter drauf und eher besser bekleidet als das 'Pack', das man üblicherweise in Deutschland antrifft. Und ja, das weiss man - hier will man es halt negerfrei.

Wir sind dann aber weitergefahren, nach Greifswald. Die 'Hansa- und Universitätsstadt' an der Ostsee. Weit über zehntausend Studenten sollen hier ihr berufliches Leben vorbereiten.

Julie hat das sehr moderne Schwimmbad besucht und war jedenfalls begeistert - bei einer verwöhnten Französin ja wohl ein gutes Prädikat...

Und ja, das Wetter soll morgen besser werden und für den Sonntag wird Herbst-Sonnen-Wander-und Rollerfahr-Wetter versprochen. Mit 15 Grad ist mal schon nicht kalt! Dann mal ahoi!

 


 

Rostock: Aussicht wie auf dem Schiff.               Donnerstag, 05. November 2015

Die Nacht am alten Dock war ruhig, wenn man von den Proben einer Rockband im 'MAU' absah - keineswegs unangenehm. Wir sind ja schliesslich die 'Rock-and-Roll-Generation'...

Am Morgen dann sonnige, aber kühle Nordluft - was mit einer Scooter-Tour belohnt wird. Rostock ist den Baukränen entsprechend absolut noch im Trend - auch in den Strassen war etwas los. Einige Gebäude, sofern sie nicht aus der Gründerzeit sind, haben noch DDR-Look, aber durch die Iso-Fassaden sind sie noch banaler geworden. Herr Krager vom Ordnungsamt ist gnädig und akzeptiert Hannibal als 'Reisebus'...

Ohne dauerndes Shopping geht bei uns nichts!

Eine Kuriosität ist das Schau-Bauern-Schoko-Marmeladen-und Kitsch-Center auf dem Weg nach Rügen, der grössten Insel Deutschlands. Natürlich kaufen wir auch ein. Weihnachten naht und Julie will ja originell beschenken! Nun, auch ich liebe Shopping und so verbringen wir, durch einen Weinpunsch gestärkt, einige Zeit in diesem riesigen US-Bullmarket-Style-inspirierten Einkaufs-und Freizeitparadies, das sich 'Karls' nennt - bitte schön - nicht auf amerikanische Schreibweise. Hier ist auch die grööööste Sammlung von Kaffee-Krügen der Welt zu sehen. Die Menschen hier im kalten Norden wollen auch unterhalten werden, dies geht eben nur 'indoor'.

Die Geschenke werden sorgfältig eingepackt - mit Liebe! - wie die Verkäuferin betont. Können wir bestätigen! An skurillen Läden ist aber noch nicht Schluss - bei Stolz erstehe ich mehrere Autos, aus diversen Blechteilen 'auf Negerart' zusammengelötet. Irgendwie originell, finde ich und in Opposition zu meiner aktuellen Kollektion an Gross-Modellen, welche ich auf der ganzen Welt zusammengekitscht (gekauft) habe.

Stralsund empfängt uns mit Regen und wir verschieben die Besichtigung auf die Rückreise, welche schon am kommenden Wochenende stattfinden soll. Es wird nicht langweilig!

 


 

Entering 'DDR' - auf nach Rostock.                     Mittwoch, 04. November 2015

Heute war ein wunderschöner Sonnentag. Am Morgen waren wir bei mutigen fünf Grad tapfer mit dem Roller unterwegs - quer durch die wirklich einzigartige, mittelalterliche Stadt Lübeck. Hier habe ich übrigens vor zehn Jahren die Cessna 337 gekauft und abgeholt. Später, nach einer Schönheitskur, verkaufte ich sie nach Spanien.

Wir haben auch noch die Stadt Ratzeburg am See 'mitgenommen' und sind gegen Abend in Rostock angekommen. Uebernachtung am Hafen - mit Sicht auf die Bucht und die ganze Stadt. Wir freuen uns auf morgen: Seeing Rostock. NUn gibt es zuerst ein deftiges Nachtessen 'at home'

 


 

Die Nordlichter: Kiel, Lübeck und Co.                      Dienstag, 03. November 2015

Kiel ist traditionell die wichtigste Fährverbindung nach Skandinavien in der Ostsee. Meine erste Reise, welche mich vor vielen Jahren - mit einem Renault 4 - nach Stockholm führte, verluden wir hier auf die Fähre. Einen Abend verbrachten wir in den Hafenspelunken und übernachteten bei einem Typen zu Hause. Airbed in den 70-er Jahren! Die Hafenkneipen sind aleder alle verschwunden...

Ansonsten in Kiel keine Reise , oder keinen Aufenthalt wert. Die Altstadt wurde von den Amis weggebombt - wie viele Hafenstädte im Reich - und an der Stelle sind banale Bauten entstanden.

Ganz anders in Lübeck: Die alte Hansestadt, welche schon im Mittelalter eine Rolle gespielt hat, ist zum Grossteil erhalten. Die typischen Häuser, teilweise von vermögenden Reedern gebaut, sind wirklich eindrücklich in ihrer Authentizität.

Wir haben eine Nachtbesichtigung gemacht und in einem Restaurant gegessen. Eisbein war auf der Karte und ich habe dies bestellt. Ein richtiger optischer Horror - eben eine Schweinerei von Schlachtplatte. Wohl der absolute Horror für jeden Vegetarier! Das letzte Mal verspeiste ich so ein Ding am Oktoberfest - nun ist wieder gut...

Untätigkeit - ohne Kommunikation - der 'Asylsuchenden'...

Im Gegensatz zu Hamburg, welche ihre künftigen Neubürger aus dem Orient noch nach Kräften schamhaft versteckt, wimmelt Kiels Innenstadt von jungen Männern. Eine Aufnahmestelle ist in der zentral gelegenen Markthalle eingerichtet - wahrlich keine gute Idee.

Die bedauernswerten jungen Männer, die ausser qualmen und aufs Handy starren offensichtlich keine Beschäftigung haben, lümmeln in den Einkaufszentren auf den Sitzgruppen rum. Nur unter sich - ohne viel zu reden. Angepöbelt allerdings sind wir nie geworden, offensichtlich machen sie ihren Frust unter sich aus.

Die ersten beginnen zu betteln - das haben sie sich wohl von den Rumänen abgeschaut. Man lässt sie gewähren. Die Polizei ist hier schlicht unsichtbar, oder fährt ruhig im VW-Passat vorbei, ohne aus dem Fenster zu schauen. Seit St.Pauli haben wir keinen Polizeibeamten mehr zu Fuss angetroffen - geht ja auch so, das kenne ich von Griechenland.

Die haben einfach keinen Bock mehr, was ja auch zu verstehen ist. Wenn man von der eigenen Regierung und Hierachie dermassen verarscht wird, hat man wohl kaum mehr Lust, sich für die Bürger und die 'Sicherheit' einzusetzen. Wenn das nur gut kommt...

 


 

Die offiziellen 'Schleuser'.                                            Montag, 02. November 2015

Man muss ja eine Nase entwickeln, Plätze zu finden, welche die perfekte Nachtruhe bieten, sicher sind und keine Schwierigkeiten bereiten. Parkings, vor allem die für LKW, sind in der Regel viel zu lärmig. Vor allem die Kühlfahrzeuge laufen dauernd. Aber Firmenhöfe und ehemalige Zoll-Gebiete sind in der Regel perfekt. Beleuchtet und auch mal von einer Streife besucht und eben mit himmlischer Ruhe.

Dieses Mal an der dänischen Grenze dann doch eine Ueberraschung: Gegen Mitternacht fuhren auf dem sonst völlig verwaisten Platz mehrere Cars vor. Sie wurden abgestellt und die Fahrer gesellten sich in einem Car. Dann gegen zwei Uhr morgens fuhren sie alle los - wohl um 'Flüchtlinge' direkt unerkannt nach Schweden zu bringen. Dänemark  verlangt ja die Registrierung, was die 'Hilfesuchenden' zum grossen Teil verweigern. Die Reisebusse waren übrigens deutsch registriert - aber von recht weit hergereist! Ja, was da im für die Oeffentlichkeit Verborgenen abläuft, ist schon sehr interessant...

Söndrestrom, Dänemark - wo die Welt noch ruhig ist.

Den Abend verbrachten wir bei einem dänischen Leser, der sich auf dem Lande komfortabel eingerichtet hat. Leider war der Abend (und die Nacht) neblig und ein automatisches Nebelhorn dröhnte unaufhörlich. Wohl ein altes Gesetz zu Warnung der Schiffe von Untiefen im Nebel. Aber in der heutigen Zeit von GPS, Tiefensonden und all dem Kram, den nun wirklich jede Jolle an Bord hat - ein Witz! Aber die Leute scheint es nicht wirklich zu stören. Tradition halt, wie bei uns die Kirchenglocken. Ansonsten wie schon immer friedlich hier in Dänemark! Durch ihr rigoroses Asylantenprogramm wird es wohl so bleiben...

 


 

'Geheimtyp' Stadt Schleswig.                                    Sonntag, 01. November 2015

Unzählige Hamburger haben hier ein Haus oder eine Wohnung um ihrer (zugegebenermassen lebendigen) Stadt zu entfliehen. Die Kleinstadt mit ihrer zum grossen Teil über 300-jährigen Altstadt ist zu süss, fast kitschig! Erinnert mich ein bisschen an Port-Joinville der Ile d'Yeu. Sicher ist die Architektur völlig anders, aber es sind ja 'Déja-Vue-Eindrücke', die sich einprägen!

Heute verlassen wir definitiv Deutschland in Richtung Dänemark - nach einem Abstecker nach Flensburg. Das Wetter ist akzeptabel: Nebel am Morgen und dann zögerliche Auflösung bei Temperaturen um die zwölf Grad.

Bisher läuft alles klaglos, von den etwas müden Zusatzbatterien abgesehen. Hier in Deutschland ist aber alles gut organisiert und jede Stadt hat ihren Camper-Parkplatz mit allen Einrichtungen. Die Nacht auf heute haben wir in Schleswig verbracht und am Morgen mit den 'Nachbarn' einen Walk durch die Stadt gemacht.

Die sind seit dreissig Jahren mit einem MAN-Camper unterwegs und verbringen einige Monate in Portugal. So lohnt es sich natürlich, ein Motorhome zu besitzen. Ueberhaupt, es sind erstaunlich viele grosse Wohnmobile zu sehen. Die deutschen Eigentümer haben den Vorteil, dass sie mit dem alten 'Klasse3-Führerschein' privat auch schwere Wohnmobile fahren dürfen, also kein LKW-Ausweis nötig ist. Dazu kommt der Wegfall der Autobahngebühren und der Schwerverkehrssteuer.

 


 

Weiter Richtung Dänemark...                                             Freitag, 30. Oktober 2015

Nach einer sehr ruhigen Nach (ausser dem Klopfgeräusch fallender Eicheln aus den Bäumen) in einem Büro/Wohgebiete in Altona rollen wir Dänemark entgegen. Halt in Flensburg. Vielleicht besuchen wir eine Halbinsel namens
Sydals auf die Einladung eines Lesern hin. Interessant auch zu wissen, ob wir an der Grenze als potentielles 'Menschenschmugglerfahrzeug' eingestuft und kontrolliert werden. Die Dänen - und nun ja plötzlich auch die Schweden - wollen sich ja die Eindringlinge vollständig vom Hals halten.

Vorher fahre ich noch an einem der grössten Camps Hamburgs vorbei - eine Containerstadt.

 


 

Hamburg und St. Pauli by Night!                            Donnerstag, 29. Oktober 2015

Schon den ganzen Tag sind wir unterwegs. Die relativ milde Witterung macht es möglich. Die Speicherstadt, das Alsterufer, die Michaelskirche - kurz Michel' werden abgeklappert - naja, die Dinge, welche auch der Touristenbus als 'Must' vorführt.

In der Michaelskirche ist gerade eine Probe des Synfonieorchesters im Gange - mit einem Bariton-Sänger. Nun, ich bin keine Fan - aber voller Bewunderung, wie ein Mensch mit seiner Stimme ein solches Volumen füllen kann, ohne dass man dies als Gebrüll empfindet.

Gerade in Hamburg mit den vielen Einbahnstrassen und Abbiegeverboten ist ein Scooter von Vorteil - allerdings muss man ihn 'a la francaise' einsetzen. Die Polizei war nachsichtig. Ich habe noch immer keine Sicherheitskette - aber wer klaut schon einen Roller mit auffälligen Schweizer Nummernschildern?!

Ich habe ihn sogar vor der Wempe-Uhrenhandlung Stunden stehen galassen und der Schlüssel steckte! Pure Nachlässigkeit - nun, einmal Glück gehabt, denn sogar der Computer, die Telefone und Julies teurer Helm waren im Gepäckfach...

The world wide famous Herbertstrasse...

Wir essen noch in einem Restaurant auf der Brücke zur Anlegestelle im Alten Hafen. Die Nacht ist mild und wir fahren zur Reeperbahn. Ziemlich Volk auf der Strasse, aber natürlich ist im Sommer viel mehr los. Wie immer und überall auf der Welt in solchen Quartieren: Obdachlose, Besoffene, Nutten und viel Polizeipräsenz. Wir entern auch die Herbertsstrasse - aber wir werden sofort rausgeschmissen - für Frauen verboten! Wie ist das mit der Diskriminierung?! In einem Bistro dann ein obligatorisches Bier - aber die Stimmung mit all den älteren Männern stumpf und stumm vor ihrem Bierchen sitzend war eher depressiv. Ja, sogar der Kiez ist am Ende...

Ueberhaupt die Stimmung - ich weiss nicht ob es am grauen Winter liegt, aber die Menschen sind sehr auf sich selber bezogen und alleine unterwegs. Diskussionen finden selten statt. Das Ganze erinnert mich sehr an Stockholm. I-Phone vor der Nase, Ruchsack montiert und damit 

 


Hamburg empfängt uns mit Sonnenschein!              Mittwoch, 28. Oktober 2015

Hamburg ist auch architektonisch eine bemerkenswerte Stadt. Alt und neu - selten ist in Deutschland meiner Meinung nach die Kombination so gut gelungen. Hier werden wir auch mit Freude einige Tage bleiben.

Schon vor vier Jahren hatte es mir die Stadt angetan. Leider kommt die Afrikanerschwemme auch massiv in den Norden. Noch sind die armen Teufel noch eingesperrt (ich will mir das hier auch anschauen), aber bald wird man sie auf die offenbar verängstigten Hamburger loslassen müssen. Der Gipfel: Die Regierung beschliesst als 'dringende Massnahme', dass hier jeder ein Bankkonto haben kann und muss! Offiziell wegen den Asylanten - aber es riecht eher nach Bargeldverbot!
 


 

Endlich - Ankunft in Bremen.                                       Dienstag, 27. Oktober 2015

Alles nur noch Autobahn - aber die deutschen Raser wollen nicht mehr richtig Gas geben! Nur selten fährt mal ein BMW oder Mercedes, meist älteren Baujahrs mit offensichtlichen +180 kmh auf der Ueberholspur. Nun, die Untersuchungen der Automobilclubs haben es ja ergeben: Die 'world famous German Autobahn with no speed-limit'  ist vor allem noch Folklore. So wegen Freiheit...

Leider, muss ich schon sagen, ist das Wetter miserabel - dicker Nebel. Aber wir haben ja nichts anderes erwartet, der 'kühle Norden' eben! Am Nachmittag soll die Sonne scheinen...

Der Weser entlang sind ja Dutzende Cafés, In-Schuppen und Restaurants entstanden. Heute Mittag ist aber einfach alles leer. Zwei, drei Gäste im Innern des verwaisten Lokals am Tisch oder an der Bar. Mensch, wie überleben die?!

Der aller erste 'Weihnachtsmarkt'.

Am Nachmittag kommt dann die Sonne zögerlich hervor - aber dies ändert nichts an der Kälte. Wir rauschen noch mal quer durch die Stadt mit dem Roller und besuchen den Weihnachtsmarkt und den Bremer Dom.

Die Besteigung sparen wir uns - es weht einem schon am Boden genug kalt um die Nase! Nun, ich will mich nicht beklagen - Nordeuropa im Winter was ja da Ziel. Solange der Hannibal mitmacht, ist ja alles bestens. Allerdings gibt es immer wieder kleine Pannen - zu kompliziert! Brrr, kalt ist es nun wirklich hier. Wir laden den Scooter und rollen weiter in Richtung Hamburg...

 


 

Heute ist Schluss mit Ostfriesland.                               Montag, 26. Oktober 2015

Wir starten am ersten 'Wintertag' nicht gerade früh, denn wir wollen heute nur bis Wilhelmshaven und dies sind knappe 150 km. Nun ja, alle Uhren sind umgestellt und ich weiss, dass hier im Nordosten nun die Tage früh zu Ende sind.
 

Die beiden GPS schicken uns über kleine Strassen und ich ärgere mich. Man sollte einfach vorrangig nach der Karte navigieren, wenn man schon dazu fähig ist! Die Gegend hier ist ausschliesslich landwirtschaftlich geprägt und die nächste Kreisstadt ist Wittmund. Da machen wir ausgiebig Halt und sehen uns die Innenstadt an.

Wilhelmshaven - trotz Sonne ziemlich düster.

Schon früh erreichen wir Wilhelmshaven und sind ziemlich enttäuscht von der Stadt - denn auch das ziemlich neue 'Centrum' um den Bahnhof ist so was von architektonischer Kälte, dass es schon fast abstossend wirkt. Ausser ein paar Jugendlichen sind fast nur alte Menschen zu sehen. Auch hier wird wieder klar: Wenn die Arbeit fehlt, geht es schnell bergab mit einer ganzen Gegend.

Für uns hat es auch etwas Gutes, denn die Stadt ist so leer, dass Parkplätze in Hülle und Fülle vorhanden sind. Wir entscheiden uns für eine grosse Fläche gleich neben dem Küstenmuseum, direkt an einem Dock des alten Hafens. Es wird eine ruhige Nacht werden.

 


 

Norden, Norddeich, Norderney.                                   Sonntag, 25. Oktober 2015

Nach einer regnerischen Nacht - oh, wie  angenehm ist die Zentralheizung im Motorhome - aber nun herrscht strahlender Sonnenschein!

Merkwürdig, wie schnell die Zeit vergeht, man hat immer was zu sehen, immer war zu tun! Nun sind wir schon 14 Tage unterwegs und haben nicht einmal einen Viertel der vorgenommen Tour geschafft. Immerhin - in Holland waren die Menschen gut aufgestellt - was für ein Unterschied zu Frankreich und Belgien!

Hier in Niedersachsen ist alles sauber und fast preussisch organisiert. Aber die sprichwörtliche 'Kälte' des Nordens ist schon zu spüren - was nicht heissen soll, dass die Menschen unfreundlich wären!

Destination - Ostfriesische Insel...

Der einzige Scooter (hier sagt man Roller oder Moped) auf der Insel - mindestens auf den Zweirad-Pisten - ein Hauch von schlechtem Gewissen! Tausende Velos, einige Fussgänger: In Norderney ist der motorisierte Verkehr etwas verpönt. Gut so, eigentlich. Immerhin haben wir rund 30 Kilometer absolviert, durch Dünen, auf Dämmen - den sogenannten Deichen - und das Nennenswerte besucht. Der Flugplatz ist verschlafen, ja eigentlich tot - für Rundflüge war keiner da und dies an einem sonnigen Sonntag! Das Restaurant verspricht kulinarische Höhenflüge, aber darüber schweigt des Sängers Höflichkeit! Nun, die Bedienung war sehr freundlich und die Aussicht über den (inaktiven) Flugplatz und das Wattenmeer bemerkenswert, immerhin.

Ach ja, den Leuchtturm (60 Meter hoch, 252 Stufen) haben wir auch noch erklettert. Etwas Sport muss sein und Julie hat mich mit ihrer Leistungsform einmal mehr überrascht. Tolle Aussicht und dann mit einem Besuch der 'weissen Düne' abgeschlossen. Norderney ist für ältere Menschen, nicht für solche, die Spass haben wollen. Ruhe und Unauffälligkeit ist angebracht - vielleicht der Gegenpol von Sylt.

Aber es hat uns gefallen - und alle Achtung von den Fährbetrieben! Blitzsaubere Schiffe, gute Organisation und freunliches Personal - da ist sogar ein Trinkgeld angebracht. Es war ein guter Tag und morgen soll es schon wieder regnerisch werden - na ja, Glück gehabt...

 


 

Veenhusen, Ostfriesland, Hochnebel.                       Samstag, 24. Oktober 2015

Gestern ist es plötzlich Nacht geworden, nachdem wir den Nachmittag in Leer verbracht haben. Wie immer nach einem Bummel durch die Stadt kamen wir mit einer Tasche voll 'Goodies' zurück. Von der Tüte Lakritze über einen drollig hellgrünen Plastiktop bis zu einer Multisteckdose - ich konnte Julie gerade noch abhalten, eine gigantische, kitschige LED-Leuchtkette für den kommenden Christbaum zu posten! Apropos: in genau zwei Monaten ist Weihnachten und dann geht es weiter in die (noch) Vereinigten Staaten.

Halt gemacht haben wir dann gestern Nacht in Veenhusen, in einem Villenquartier. Totale Ruhe hier, aber heute geht es Richtung Norden an die Ostsee mit den bekannten Inseln. Der Hafen von Norddeich mit den Fährschiffen 'nach der Insel Norderney ist modern und sehr weitläufig. Natürlich auch hier endlos Parkplätze und auch Stellplätze für Camper - fast wie in den USA. Es sind zahlreiche Campingcars hier unterwegs, aber ausschliesslich Deutsche.

Die Nordseeküste - der westlichste Zipfel Deutschlands.

Wir essen Fisch vom lokalen Restaurant - sehr gut besucht - und fahren mit dem Roller in die Stadt, welche Norden heisst. Trotz bedecktem Wetter viel Volk auf der Strasse: Es ist Kirmes! Auf ein Bier verzichten wir - auch Roller fahren verpflichtet! - aber wir finden natürlich in den verschiedenen Boutiquen einige Goodies. Bald ist Weihnachten und Mitbringsel sind meistens willkommener als Verlegenheitsgeschenke.

Ich starte den Satelliten-Fernseher, um das Training der Formel 1 in Austin, Texas zu sehen. Das Wetter ist dort so miserabel, dass aller verschoben werden muss. Als Ersatz lief eine Filmreportage über die 70er/80er-Jahre mit vielen Zeitzeugen - Jochen Mass, Jackie Ickx, Gerhard Berger, Lauda und Prost etc. - Nostalgie pur! Das waren noch Zeiten - die Fahrer mutige Helden und nicht nur höchstbezahlte, langweilige Tussis wie Hamilton und Rosberg! Na ja, alles geht mal zu Ende...

 


 

Julie dreht ihre Runden im Emsbad.                       Freitag, 23. Oktober 2015

Meppen, die Provinzstadt leistet auch schöne Gartenanlagen, einen gut ausgestattetes Parking für Camper mit Strom- und Wassersanschluss - gleich neben dem top-modernen, öffentlichen Schwimmbad. Sauber und professionell geführt - wie man es von Deutschland erwartet. Ja, hier wären die Afrikaner wirklich am falschen Ort! WLAN und Eis gibt es im Restaurant Marmaris.

Heute zeigt sich die Sonne etwas scheu, aber die Temperaturen sind mit zwölf Grad noch erträglich. Als angenehm empfindet man auch die saubere Umgebung und die gepflegten Häuser hier in Ostfriesland. Da kommt doch der Otto her, oder?


Etwas weiter gegen Norden verlassen wir die Autobahn und besichtigen das kleine Hafenmuseum von Haren/Ems und essen im China-Imbiss 'WOK'. Es kocht wirklich ein Chinese und wir lassen uns die Klassiker schmecken. Dazu ein 'Tsingtao' Bierchen...

Irgendwie erinnern uns die Orte und die Gegend hier an das Elsass. Aber man findet ähnliches ja auch in den USA - die 'déja-vu' eben, aber die Sympathischen. Wir wollen auf jeden Fall noch weiter an die Nordsee und das Wattermeer - den Feldstecher für die ' seltenenVögel' habe ich ja dabei! Kurz, es läuft gut und wir sind happy...

 


 

Meppen: Ein KZ in der Berufsschule.                 Donnerstag, 22. Oktober 2015

Im Nachbarort Meppen, der Kreisstadt - sind über Nacht die Asylanten angekommen. Die lokale Zeitung ist voll von Beschwichtigungen, denn die Bevölkerung ist frustriert. Man zerstört ihren gewohnten Frieden mit den unerwünschten Neuankömmlingen. Die Masse der in Meppen untergebrachten Menschen soll aus Hunderten von jungen Männern bestehen, obwohl auch zahlreiche Familien dabei sein sollen.

Ich beschliesse, mir die Sache näher anzusehen, denn es ist ein Fall von vielen, bei dem die auf 'Verschonung' hoffende Bevölkerung anscheinend einfach vor vollendete Tatsachen gestellt wurde.

Gespenstische Ruhe um die 'Unterkünfte'...

Von weitem fällt auf, dass zahlreiche Einsatzwagen herum stehen: Malteser, Feuerwehr und Rotes Kreuz - jedoch ohne ein sichtbares Kreuz! Alles ist abgesperrt. Wir parkieren auf einem Fabrikareal und ich nähere mich zu Fuss. Nieselregen. Vor dem Eingang stehen Sicherheitsleute. Keine Bewaffneten und keine Polizei. Die grossen Fenster sind mit provisorisch mit Packpapier verhängt - ein Pfusch, man sieht, es war die nötige Zeit nicht vorhanden. Partyzelte für die Verpflegung, mobile Toiletten draussen. Ein Fenster ist geöffnet und darin wuseln weiss gekleidete Helferinnen umher und schwarz verhüllte Frauen sind zu sehen.

Die Asylanten sind die Beschissenen..!

Die Menschen sind schlicht eingesperrt! Nur ein paar Jungs (männliche Kinder) haben einen Fussball und spielen hinter der Absperrung - aber nicht lange - dann sind auch die wieder weg! Ich falle auf - denn hier will man offensichtlich keine 'Gaffer'! Man weist mich zwar nicht weg, aber ich werde genau beobachtet und die Vigilanten sind dauernd am Handy. Nun, keine Aufregung, ich bin ja auf öffentlichem Grund - aber die Sache ist sehr ungemütlich. Verdammt, die sperren einfach Hunderte von Leuten einfach in eine Riesenhalle ein..!

Die versprochene Willkommenskultur war eine gewaltige Lüge. Die 'Eindringlinge' - und dies sind sie gemäss rationaler Definition - werden in Kürze merken, dass sie missbraucht wurden. Wie werden sich Merkel & Co. rechtfertigen?! Wie werden sich die ebenfalls missbrauchten deutschen Bürger verhalten?

 


 

Heute weiter nach Deutschland...                         Mittwoch, 21. Oktober 2015

Nach einer ruhigen Nacht in einem Wohnquartier gibt wieder ein paar hundert Kilometer unter die Räder. Schade, am Morgen war die Sonne zu sehen, aber die ist nun weg. Mittagessen (frischer Lachs, Blattspinat und Farmkartoffeln - begleitet von einem Glas Sekt) auf einem Parking Mc-Donalds. Dann ein kleines Dessert und Kaffee im Fastfood - wegen dem WiFi natürlich...

Wir sind sehr gespannt auf Norddeutschland und nach Bremen geht es dann direkt weiter nach Hamburg. Das Wetter ist nicht besonders und die Bordbatterien machen Sorgen, sobald die Solaranlage nicht mehr funktioniert. Das war natürlich in Afrika nie ein Problem...

Haselünne (D): Das erste Weizenbier...

Die Gegend in Niedersachsen ist noch relativ 'intakt', so wie das verschlafene Deutschland hier immer war.

Immerhin sind viele Gasthöfe geschlossen und die überbleibenden können sich nicht über viel Kundschaft freuen. Die Preise sind meines Erachtens einfach zu hoch für die Leute hier. Ein Glas Weisswein und ein Bier für 8.40 Euros sind für bescheidene Einkommen zu viel. So sitzt man dann im perfekt aufgetischten Gasthaus 'See-Stern' um die Essenszeit mit geschlossener Küche und ganzen vier Rentner, welche sich ein
Bierchen genehmen. So geht das nicht weiter!

 


 

Palais royal - steht Versailles in nichts nach!           Dienstag, 20. Oktober 2015

Ja, wir müssen weiter, denn die Reise ist noch tausende Kilometer lang geplant. Ich will aber nicht versäumen, den königlichen Palast, der hier 'Het Loo' heisst, zu besuchen, der ausser dem Museum auch Gärten und natürlich die Räume eines 'Palais Royal' aufweist. Das Ganze ist weitläufig und so nehmen wir den Scooter. Niemand hat offensichtlich was dagegen und wir fahren das ganze Gelände ab. Der Palais, der noch von der Königin Juliana bis in die 60-Jahre bewohnt wurde, hat 'menschliche Dimensionen' - ja sogar etwas Kleinbürgerliches. Sogar sehr sympathisch - eben holländisch! Dieses Land ist wundervoll - traurig, das es nicht so bleiben wird.

Apeldoorn - heile Welt. Danke, Neederlands!

Wir mögen nicht mehr weiterfahren. Die Tage sind kurz geworden und so beschliessen wir, die angrenzende Statt Apeldoorn zu besuchen. Mit dem Scooter geht es in die Innenstadt und wir kaufen ein und verstauen alles im grossen Bauch und dem Top-Case - irre, was da alles reingeht.

Auf dem Rückweg zum in einem ruhigen Quartier parkierten Hannibal fällt uns ein Park auf, der in ganz süsser Art der lokalen Bürgerlichkeit betrieben wird: Ein kleiner Zirkus, ein Karussel, eine Bier- und Snackbar und das Ganze ist sehr gut besucht. Viele Familien und alle zu Fuss oder mit dem Velo da. Einfach nur eine heile Welt!

 




Amsterdam - immer eine tolle Stadt.                     
Montag, 19. Oktober 2015

Heute ist Innenstadt-Tourismus angesagt. Mit dem Scooter bitteschön - und zwar ohne Helm. Der ist hier nämlich nicht obligatorisch, solange man auf den Zweiradpisten fährt. Toll, dann sieht man nämlich auch etwas. Das Wetter ist gnädig, sogar einige zarte Sonnenstrahlen drängen sich durch den Hochnebel.

Wir erkunden im Velotempo die verschiedenen Strassen, halten immer wieder an und laufen um ein paar Blocks - denn vor allem die Hunderte von Bootshäusern haben es uns angetan.

Einen Lunch gibt dann es in einem typischen alte Café. Freundliche Leute - sowohl die Bedienung wie auch die anderen Gäste. Ja, Amsterdam ist eine tolle Destination und auch zum Leben würde ich sofort hinziehen, wenn es erforderlich wäre. Toller Tag, gute Stimmung und ja, wer ein Zweirad hat, soll sein Auto zu Hause lassen. Wohl auch in dem Zusammenhang eine Stadt mit Zukunft.

 


 

Der Marathon - mit 14000 Teilnehmern.                Sonntag, 18. Oktober 2015

Schon gestern haben wir uns gewundert, dass die Stadt bereit zur Absperrung ist. Ueberall Gitter und Verbotstafeln. Ich hoffe nur, dass keine Demos stattfinden und mache mir schon eine Fluchtroute auf dem GPS zurecht. Das Net bringt die Info: Der Amsterdam-Marathon findet heute statt!

Da die Route gleich vor unserem Parkplatz durchführt, lasse ich mir nicht nehmen dem Spektakel trotz Nieselregel beizuwohnen. Ich habe ja meinen bisher einzigen Marathon vor sieben Jahren in Paris absolviert und weiss aus eigener Erfahrung wie es einem nach der ersten dreissig Kilometer etwa so geht...

Ein Auto in Amsterdam? Fast unanständig!

Amsterdam ist eine für seine Grösse sehr ruhige Stadt und der legendär Velo-Verkehr hat daran einen wesentlichen Anteil . Jede anständige Strasse hat hier gleich drei Spuren: Eine für die Autos, dann die Zweiräder und schlussendlich wie überall, die Fussgänger. Auch an den Kreuzungen mit Lichtsignalen wird dies diszipliniert gehandhabt und es ist gar nicht unkompliziert. Mindestens als auswärtiger Radfahrer ein richtiger Lernprozess nötig.

Ich war von Amsterdam schon vor drei Jahren begeistert und ich bin es nun auch wieder. Wir werden jedenfalls auch Montag noch bleiben.

 


 

Vorfreude auf das lange Wochenende.               Samstag, 17. Oktober 2015

Dichter Nebel liegt immer noch über der Stadt. Es sind auch nur sieben Grad zu verzeichnen - und in Angers scheint die Sonne - na ja...

Immerhin finden wir ein tolles Schwimmbad (Mirandabad) wo Julie ihrem Sport nachgehen kann und ihre paar Kilometer abspult. Im Restaurant daneben gibt es fast wie überall WI-FI und ich kann ein paar Dinge erledigen und sehen, was anderswo auf der Welt passiert. Immer die Jagd nach neusten Infos - eine Passion.

Schlechter sieht es mit der Stromversorgung im Hannibal aus. Da die Sonne fehlt  - die Leistung der Solarzellen wird dadurch ungenügend - und wir auch nur wenig gefahren sind bricht die Power der grossen Gel-Batterien schnell zusammen. Als ich die Expresso-Maschine starte - fliegt die Hauptsicherung raus. Zum Glück haben ich Ersatz dabei und kann mit laufendem Motor die Sache wieder ins Gleichgewicht bringen. Wir sind hier auf dem Parkplatz beim King-Park zwar nur drei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, aber bei dem Scheisswetter machen wir uns nun einen gemütlichen Abend mit den Leckereien, welche wir eingekauft haben...

 


 

Amsterdam: Nebel und Kälte - wie erwartet.           Freitag, 16. Oktober 2015

Ich war vor drei Jahren für ein paar Tage hier und die Stadt hat uns - ausser dem ausgeleierten Flughafen Schipol - sehr gefallen.

Holland ist ein Staat, der immer noch relativ gut aufgestellt ist. Man sieht es an folgenden Indizien: Während in Frankreich die Autobahnen nahezu unbenutzt sind, rollt in Holland vor allem der Güterverkehr nach wie vor. Es sind auch kaum Häuser oder Wohnungen zum Verkauf angeschrieben. Dazu kommt, dass die Restaurants relativ gut besucht sind.

Nach dem hässlichen Belgien ist Rotterdam ein Lichtblick. An erster Stelle ist Rotterdam einer der grossen Häfen. Dies bringt auch heute noch Wohlstand und Arbeit. Erstaunlich für eine solchen Ort sind die architektonisch gelungenen Wohnsiedlungen und vor allem die Innenstadt. Ok, aktuell ist nicht DIE Saison für Touristen, aber es macht trotzdem Freude, nach dem sinistren Frankreich und Belgien in eine Welt zurückzukehren, welche noch zu funktionieren scheint.

Wir stationieren in einem älteren Wohnquartier - viele Jogger und Radfahrer sind unterwegs - und die verstehen keinen Spass, wenn man auf ihren Wegen herumgeistert! Es herrscht grossartige Disziplin auch bei Rotlichtern und in Kreiseln - und trotzdem geht es toll voran. Ein Bierchen in einem Pub, dann ein gemütliches Knabberessen im gut geheizten 'Hannibal' machen den schönen Abschluss des ersten Teils der Reise.

Nächste Woche wird es dann ernst: Good old (?) Germany ist auf dem Programm. Es geht mir ja auch darum, dieses Mal Menschen und ihre (DDR)-Geschichte kennen zu lernen...

 


 

Roubaix, (Pas de Calais,  France)                      Donnerstag, 15. Oktober 2015

Julie hat Vorfahren in Roubaix und da Lille völlig verstopft war, sind wir weiter Richtung Tourcoing gefahren und haben an einer stillgelegten Strasse am Kanal übernachtet. Es war schon recht spät, aber der Regen hat dann doch aufgehört - um in der Nacht wieder zu kommen und zwar richtig!

Am Morgen dann der Besuch des Friedhofs. Die alten Familien haben ihre Gruft mit einer Art Kapelle und die Friedhofsleitung war so freundlich, im Register zu suchen. Ein Angestellter hat uns dann in einem Elektrobus hingebracht - denn der Friedhof ist ganze 17 Hektaren gross! Eindrücklich das Ganze...

Der Besuch von Gent wird wegen des Regens abgebrochen - zu weitläufig und bei Scheisswetter einfach traurig. Wir fahren weiter Richtung Antwerpen mit Ziel Amsterdam.

 


 

AUMALE (Seine-Maritime, France)                         Mittwoch, 14. Oktober 2015

Die kommenden Tage versprechen schlechtes Wetter - das heisst kalt und regnerisch. Also versuchen wir noch das Mögliche an schönen Rundgängen zu machen, bevor wir grösstenteils mit dem Regenschirm marschieren werden.

Wir besuchen also Amiens und das war die positive Ueberraschung! Der grösste Teil der Altstadt - übrigens sehr gepflegt - besteht aus schmalen, zusammengeschachtelten Häuschen, welche dazu noch von mehreren Kanälen durchzogen werden. Viele kleine Brücken verbinden die Quartiere. Fast schon Venedig-Feeling.

Nun, übertreiben wir nicht, aber ich denke, dass Amiens wirklich eine Besichtigung wert ist - anders als Rouen, Lille und andere Grossstädte, welche bis auf einen inneren Kern baulich (und auch in vielen anderen Dingen) schlicht versaut sind.

 

Die Uebernachtung auf dem Dorfplatz von Aumale war sehr unspektakulär - aber total ruhig. Wir leisten uns einen Spaziergang in die Stadtmitte. Diese Kleinstadt lebte einst vom Tourismus, aber heute ist nicht mehr viel übrig geblieben. Trotzdem - die Ueberlebenden 'petits Commerces' tun alles, um sich gegen das Sterben zu wehren! Schöne Dekos, die Berieselung der ganzen Innenstadt mit Musik und bemerkenswert freundliche Menschen, sofern man ihnen begegnet. Die Stadt ist am Sterben.

Wir machen doch noch einen langen Marsch durch die Quartiere bis zum - noch nicht gänzlich stillgelegten - Bannhof mit drei (!) Halten in jeder Richtung - pro Tag! Ein letzter Kaffee im 'Buffet de la Gare' und wir fahren weiter Richtung Lille, der letzten Station in Frankreich - vor Belgien.

 


 

ST. CENERI LE GEREI (Orne, France)                          Dienstag, 13. Oktober 2015

Im Herumkurbeln auf schmalen Strassen bin ich ja unterdessen geübt, aber nach einigen Stunden auf bergigen Strassen - ja das gibt es in der Normandie haufenweise - und den tausenden Kreiseln alle paar hundert Meter habe ich dann doch mal genug vom 'Trucken' in erschwertem Umfeld.

Es ist ja nicht das Gewicht des Gefährts (rund sieben Tonnen), aber die schiere Länge und Höhe, welche alles schwierig machen - eben ein LKW, ein Bus und nicht ein Auto oder ein Lieferwagen. Nun, ab jetzt kommen schöne Strassen und Autobahn - mindestens für eine Weile...

Wir besichtigen Rouen. Schon im Radio und auf dem Internet wurde bekannt, dass die Kirmes-Veranstalter, hier 'Forins' genannt, riesigen Stunk machen, weil ihnen die angestammte Meile längst des Flusses nicht mehr zur Verfügung gestellt wird. Also kein Durchkommen für den Verkehr. Brennende Reifen und Hunderte von Lastwagen und Anhänger blockieren die Stadt. Die Polizei hält sich total zurück, wie dies in Frankreich ja oft der Fall ist.

Also machen wir uns zu Fuss auf den Weg und na ja, die Alt-Stadt ist eigentlich bemerkenswert schön - aber offensichtlich in der Krise und am verelenden. Viele Geschäfte sind für immer zu und trotzdem gibt es im Zentrum reges Leben. Auffällig ist jedoch, dass in den Kneipen, hier ja bekanntlich Bistrots genannt, fast nur (muslimische) Männer vor ihrem Kaffee sitzen. Erinnert mich an Marokko und Mauretanien...

 


 

Soulaire (Maine et Loire, France)                              Montag, 12. Oktober 2015

Heute sind wir gegen Mittag in Angers (Loiretal) losgefahren. Wir wollen es gemütlich angehen und die wunderschöne Herbstlandschaft der Bretagne geniessen. Anstelle über die Autobahn direkt nach Paris zu fahren, wählen wir Nebenstrecken mit dem Ziel Rouen und Lille - zwei Städte, die man wenig kennt, zu besuchen.

Das Wetter spielt noch mit. Mit anständigen 18 Grad und Sonnenschein, da liegt auch einige grössere Spaziergänge drin und bestimmt kommt auch der Scooter zum Einsatz! In ein paar Tagen beginnt dann das Abenteuer auf dem Weg nach Deutschland (Hamburg, Rügen und Berlin), sowie diverse Anliegerstaaten.

Der erste Halt erfolgt in den 'Alpes mancelles' in einem kleinen, pittoresken Dörfchen namens St.Ceneri-Le Génei. Es gibt dort ausser Boutique, Restaurants und Künstlerateliers auch einen sehr gepflegten Parkplatz für Touristen.

Dieser liegt direkt an der Sarthe, wo bereits auch einige 'Camper' installiert sind. Wir stellen unsere grosse Kutsche gleich längst an das friedliche Flussufer - und, um es kurz zu machen: Dies war wohl die ruhigste Nacht seit jenen von Monaten in den menschenleeren Wüsten Afrikas! In kurzer Zeit werden die Temperaturen bei höchstens zehn Grad liegen - wir tanken also nochmals Sonne!

 

 

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