:: Gregor Fischer ::

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Quer durch das Land der Träume


Great Roundtrip 2011


 

 

29. Tag (Samstag) Letzte Nacht am Apopka-Lake.                       06.08.11

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er sucht, der findet, sagt man. Diesmal war ich wählerisch und es hat sich gelohnt! In einem kleinen Park, direkt an einem grossen See, konnten wir einen Sonnenuntergang geniessen, wie man ihn selten sieht. Aufziehende Gewitter sorgten für Wahnsinnsfarben. Kitsch pur - sogar Einheimische sind mit Kameras aufgekreuzt!

Wir nächtigten während den ganzen Wochen waren nicht ein einziges Mal auf einem Campingplatz wie das üblich ist. Die echte Freiheit für mich ist dort anzuhalten (oder auch durchzufahren) wo es mir passt! Und bei DEN Dimensionen unseres Gefährts klappt dies auch.

Ein Haus auf Rädern braucht keine Baubewilligung!

Immerhin, zweimal wurden wir gebeten, uns zu 'verändern' - auf dem Campus der geschlossenen Universität in Sarasota und auf dem privaten Parking eines Golfplatzes an einem See in Missouri. Ansonsten kein Problem - ob mitten in einer Stadt unter Inanspruchnahme von mehreren Parkplätzen oder einfach auf einem Grundstück, das mir besonders geeignet erschien.

Klar ist, dass wir peinlich Ordnung halten - denn neben dem Anstand kostet 'Liittering' in den USA gerne mal tausend Dollar und kann sogar ins Gefängnis führen! Es ist wie immer im Leben in sogenannten zivilisierten Ländern - wegen Einzelnen, welche keine soziale Verantwortung übernehmen wollen, werden dann neue Gesetze geschaffen, welche die restliche Freiheit für alle Bürger weiter einschränken...



28. Tag (Freitag) Friday: Harley-Day!                                            05.08.11

Wie schon erwähnt, war eine Tour mit der Harley-Davidson prgrammiert - auf einer US-Tour ein Must! Und wenn schon, dann schon mit der  Dicksten. Die neue Road King hat 1700ccm Hubraum und nun auch sechs Gänge. Gut, das Getriebe ist halt immer noch echt Harley - man darf einfach keine Hemmungen haben, die Gänge reinzuknallen - auch wenn es am Anfang wehtut. Natürlich sind sie synchronisiert, aber offensichtlich will es der Anarchismus der Konstrukteure in Millwaukee, dass man das Gefühl hat, mit einem prähistorischen Motorrad unterwegs zu sein. Irgendwie wie ein Morgan - auch ein Fossil aus der Vorkriegszeit.

Ein Zylinder hat Hubraum wie ein Kleinwagen!

Aber immerhin, ab geht die Post! Der erste Gang ist kurz, aber im zweiten beschleunigt man dann innert zwei, drei Sekunden auf 70 Meilen und da ist in den USA sowieso Schluss! Noch ein Kuriosum: Dieses Bike hat sogar einen Tempomat - und zwar eine nervöse Ausführung!

Nun, man darf die Ansprüche ans Harley-Fahren nicht unterschätzen - der Bock neigt dazu, aich auf die Seite zu legen und ist 500 Kilo schwer!

Kurz: Es war ein für mich ein Riesenspass und sogar Alice - nicht eine veritable Töffbraut - hat den Ride genossen!
 



27. Tag (Donnerstag) Wie immer im Leben: Size matters!            04.08.11

Heute nachmittag bin ich einige Meilen mit einem 22-Tönner-Luxus-Motorhome gefahren. Mit Luftfederung uns allen Gags, die heute auch für Top-Klasse der Reisebusse angeboten werden.

Eigentlich sind diese Motorhomes ja 'umgebaute' Cars mit denselben Motoren und Eigenschaften - ausser, dass sie mühelos bis 150kmh laufen. In den USA sind 80 mph, das heisst zirka 130kmh auf den Interstates toleriert.

Ein Truck oder ein Bus ist damit genauso schnell wie jedes noch so sportliche Auto. Cruisen in Amerika eben. Nur abseits der grossen Highways ist das durch Millionen Ampeln behinderte Fortkommen umso penibler!

Bigger is better and means REAL Exaggeration!

Für meine Bedürfnisse hier in Amerika  ist der letztes Jahr angeschaffte 'Georgetown' perfekt, aber ich spiele mit dem Gedanken, für Europa einen Diesel-Pusher einzusetzen.
Das gibt dann wirklich optimale Autonomie!

Es werden mehreren Tonne Wasser und Diesel gebunkert und die Ausstattung beinhaltet Waschmaschine, Tumbler, alle denkbaren Kücheneinrichtungen und sogar Solarium über dem Riesenbett. Einfach ein Maximum des Luxus und der Spielerei.

Was es dazu braucht, ist das nötige Kleingeld, einen Führerschein für LKW's und den Mut, sich mit einem solch unanständigen Teil unter die Leute zu begeben - also in meinem Fall sind die Voraussetzungen ja gegeben. Warum sollte ich darauf verzichten?!
 



26. Tag (Mittwoch) Endlich: Baden im Golf von Mexico!                    03.08.11

Wir haben gestern in Venice fantastisch gegessen - naja, French Fries waren halt ausser Riesenshrimps, einer One-Million-Calories-Sauce und Gemüse auch auf dem 'Georgeos-Plate'. Aber wir waren happy und der gediegene Kellner hat sich über ein 'splendid Tip' freuen dürfen.

Strand und Schwimmen im Meer.

Bei meinen Trips mache ich mir immer eine Art TO-DO-List, also ein Pflichtenheft und da sind dann auch Gags dabei: Die Miete eines Flugzeuges, Bootes oder einer Harley - aber auch Tag am Strand, Bad im Meer, Vertilgen eines Lobsters und was auch immer.

Meistens schaffe ich nicht alles, denn es gibt immer Prioritäten.

Das lauwarme Meer geniessen wir heute den ganzen Tag mit 'Georgie' wieder direkt am Strand parkiert! Es gibt nicht konfortableres als mit

einem grossen Reisebus unterwegs zu sein.
 



25. Tag (Dienstag) Besuch der 'Tante in Amerika'.                           02.08.11


Meine Generation hatte noch Verwandschaft in Amerika. Viele Europäer sind nach dem Krieg auf der Suche nach dem amerikanischen Traum in die USA emigriert. So auch eine Schwester meiner Mutter. Seit Jahren lebt sie im Ruhestand in Florida.

Wir haben über Jahrzehnte immer regen Kontakt gepflegt und ihr verstorbener Ehemann hat mir geholfen, US-Sportwagen zum Hafen zu karren. Das waren noch Zeiten!

Heute, auch mit dem 'billigen' Dollar kann man die Finger von solchen Geschäften lassen - auch mit US-Cars ist der Markt versaut. Ein Beipiel mehr für den sinnlosen Ueberfluss, den wir alle leben.


 


24. Tag (Dienstag) Wieder in Florida!                                            01.08.11

Nun, das war eine sehr erhohlsame Nacht an einem kleinen, künstlichen See mitten 'downtown' im sonst ein bisschen heruntergekommenen Lake City. Ausser gelegentlichem Entengequake Ruhe total. Am morgen marschierten wir sogar noch um den ganzen Tümpel - bringt den Kreislauf in Schwung...

Auf der Fahrt auf dem Interstate 75 Richtung Süden machten wir Bekanntschaft mit dem bisher schwersten Gewitter. Die Amis schalten dann ihre 'Warnings' ein - damit sind die Pannenblinker gemeint - und fahren durch die Wassermassen und die schwarze Wand am hellichten Tag. Wieder draussen, waren wir vor Tampa - dem Moloch am Golf von Petersburg. Hier wird mit Kohle- und Müllverbrennungsanlagen Strom für halb Florida hergestellt. Die Riesenkamine entlassen den Russ tonnenweise über den Antlantik - es ist wie mit Fukushima, einmal wird es wohl dann zuviel!

Sarasota-City, die gute Bekannte.

Seit Jahrzehnten lebt meine Tante hier und ich kenne die Stadt natürlich gut. Leider lässt die Gesundheit nach und aus einem Essen wird nichts. Morgen wollen wir uns trotzdem sehen.

Uebernachtung dann am University Parkway, in der Nähe der Bank of America. Ich will morgen mein letztes Konto in den USA auflösen. Im Zeitalter der multiplen Kreditkarten (und gratis cash advance) sind Schecks und lokale Konti einfach nicht mehr nötig. Ein paar Schecks und die US-Kreditkarte behalte ich natürlich als Souvenir nach all den Jahren bei Nations Bank etc.!

Damals, als ich gelegentlich ein Flugzeug nach Amerika verkaufte und einige US-Autos nach Europa importierte, war das Konto auf der Nations-Bank nützlich. Shipping, Versicherung und auch Käufe waren am einfachsten mit Bankschecks zu erledigen.

Heute mit e-banking und hohen Kreditkartenlimiten ist dies überholt und so habe ich das Konto aufgelöst und vielbenutzte AOPA-Kreditkarte in meine Sammlung aufgenommen. Une epoque revolue...



 



23. Tag (Sonntag) Die alten Südstaaten-Metropolen                         31.07.11

Wir machen einen ersten Halt in Macon. Viele Afros hängen herum, sind aber freundlich und winken unserem Motorhome zum Zeitvertreib zu und grinsen. Viele Gebäude sind auch hier leer und teilweise in jämmerlichem Zustand. Richtiges Elend ist aber nicht zu sehen. Wir machen einen längeren Walk durch die Strassen im Zentrum und lassen die Stadt auf uns wirken. Good vibrations in Macon!

Beispielhaft wie sich die Menschen hier gegen den Verfall wehren! Es ist Sonntag und trotzdem sind Leute dabei, die Gehwege zu reinigen!

Valdoste - die Entdeckung.

Die letzte Stadt in Georgia, bevor man in Florida einreist, habe ich bis jetzt total ignoriert. Da fährt man einfach durch. Diesmal war ich neugierig und es hat sich gelohnt. Ich liebe Ueberraschungen - mindestens angenehme - aber was wir dann in einem Art Design-Brasserie erlebten, war ungewöhnlich. Supernette Kerle, eine komplette Menukarte und einfach gutes Essen. Bei der Hitze war der Walk durch die Hauptstrasse nur kurz - aber es gelangen mir einige Superbilder.

Nun, bis Lake City wollen wir noch fahren - mit dem vorläufigen Ziel Sarasota für morgen abend - immerhin noch fast 300 Meilen. Ich werde langsam an sicher zum zertifizierten US-Trucker!

 



22. Tag (Samstag) St. Louis, die Ueberraschung
                          
30.07.11

Heute war mal Ausschlafen angesagt - trotz permanent summendem Ventilator. Aber damit war es mindestens kühl im Coach. Richtig wach werden wir aber nur langsam!

Das erste Ziel ist Atlanta. Man weiss ja - die Südstaatenmetropole wurde äusserst grosszügig erst in den 90-Jahren 'fertiggestellt'. Heute ist Atlanta mindestens im Zentrum  'unterbevölkert'.

Die Autobahnen - bis neun Spuren - pro Richtung! und gewagteste Kreisel auf mehreren Etagen - sind wenig befahren. Sogar in der Innenstadt sind heute, Samstag, ganze Strassen menschenleer.

Atlanta war mal auserkoren, zum Zentrum der amerikanischen Low-Tech-Industrie zu werden. Jedes zweite Auto und fast jeder Kühlschrank aus US-Produktion sollte zukpünftig von hier kommen. Aus der Massenherstellung wurde dann viel weniger als vorgesehen und heute leidet Atlanta einfach unter totaler Ueberkapazität - in jeder Hinsicht.

Die Guidestones - Elberton, Georgia.

Was auf den Steinen steht, ist das Wunschziel für die nächsten Jahre einiger Strategen, welche die Ueberbevölkerung und die damit verbundene Umweltzerstörung weghaben wollen. Es ist Teil der neuen Weltordnung, dass Demokratien ganz abgeschafft werden und ein autoritäres Weltregime eingeführt werden soll.

Die Chancen dafür stehen gut, denn so wie global ungezügelt und verschwenderisch gelebt wird, reichen die Ressourcen des Planeten eben nicht. Dass eine massive Bevölkerungsreduktion als einziges Heilmittel gefordert wird schockt die meisten Menschen - anders wird es kaum gehen.

Das abgelegen stehende Monument wird übrigens mit modernster Videotechnik überwacht und die Besucher dann offensichtlich gespeichert. Falls die 'Zehn Gebote'- wie viele meinen - nur eine kindische Spinnerei darstellen sollte, spricht mindestens die aufwendige, behördliche Ueberwachung dafür, dass das
Vorhaben mit der NWO und angedeuteten Bevölkerungsreduktion vielleicht doch ernst zu nehmen ist...
 



21. Tag (Freitag) Nashville, Tennessee                                        29.07.11

Weiterfahrt Richtung Nashville, Tennessee - Endziel ist ja Sarasota. Dann wird mal so richtig im Meer gebadet und ausgespannt. Hoffen wir!

In Nashville treffen wir Ron Northern, einen ex-NASA-Mann, der ausserdem zu den Mitsubishi-MU-2-Drivern gehört. Remember? Wir essen in einem Restaurant im Old German Quarter.

Ron bestellt Südstaatenessen mit Gurken, Mais, Kartoffeln, Spinat, Chicken, Fisch, süsse Sauce, Joghurtsauce, Bananendessert - aber das lasse ich dann lieber, denn ich ärgere mich über meinen Appetit! 400 Gramm verloren und schon wieder angefuttert. Nun, das Wiedersehen mit Ron war super - und das nach etwa fünf Jahren...

Wir haben ja noch einige Meilen vor uns und wir entschliessen und zur Weiterfahrt bis Dalton - mit Schmalhans zum Nachtessen...

 



20. Tag (Donnerstag) St. Louis, die Ueberraschung                    29.07.11

Schon zweimal bin ich zwischengelandet, in St. Louis. Dass dieser Ort am majestätischen Mississippi ist eine angenehme (kleine) Grossstadt sein soll, hatte ich schon gehört.

Amerikas Fliegerheld, der unglaubliche Lindbergh, stammt von ja von hier. Er hat ja den einmotorigen Flieger, der als erster den Atlantik direkt überquerte - nota bene in 26 Stunden ununterbrochenem Flug ohne Autopilot und Navigationsinstrumenten - Spirit of St.Louis genannt. Damals gab es noch Herausforderungen für die Menschen und Amerika hatte den ersten echten Helden der Luftfahrt!

Zur Stadt selber: Viele winzige Parks, eine sehr lebendige Kultur und, was wir feststellen konnten, lauter  freundliche Menschen. Auch die Suburbs sind gepflegt. Wenn schon Amerika, St.Louis wäre eine Option!

Dem Mississippi entlang...

Wir wählen eine Quer-durchs-Beet-Route wie oft, damit wir auch etwas sehen. Erstaunlich sind die Anzahl der Gefängnisse überall im Land - eine Riesenindustrie! Na gut, Kirchen und Sektentempel hat es doch noch ein paar mehr im Land der Frömmler!

Wir uebernachten dann in Grand Rivers, einer auf schick getrimmten Seglerstadt am Kentucky Lake. Das feine, auf 'Country total' gestylte lokale Must-Restaurant ist dann zum Leidwesen von Alice total überbucht. Wir essen dann trotzdem ganz schön im Coach und zwar weniger aber immerhin mit einem Schluck Champagner...
 



19. Tag (Mittwoch) Chicago im Regen.                                         28.07.11

Den Nightstop verbrachten wir auf dem (safen) Parkplatz eines Hollyday Inn und der Regen weckte uns. Eine Gewitterfront zieht über das Land! Vom Klimatisieren gehts bald ans Heizen!

Noch eine Stunde bis Chicago - Morgenessen gibts im McDonald. Rührei, eine Art Rösti (aber perfekt) Hamburger, Brot, Butter und Konfitüre.

Die Strassen sind grösstenteils in einem jämmerlichen Zustand. Man muss fast alles festbinden! Da und dort werkeln ein paar Mann und Maschinen und Teilstücke werden saniert. Von Eifer oder Effizienz mit dem Strassenbau, so wie das früher hier in den USA Norm war, kann aber keine Rede sein. Es scheint eher so, dass man so eine Art Alibiübungen veranstaltet, damit sich die Menschen nicht zu viel Fragen stellen!

Die Gangsterstadt scheint nun plötzlich kreuzbrav!

Chicago ist immer noch die grosse Stadt, die ich kenne - nur 'pulsieren' will nichts mehr. Die Autostrassen sind entweder gigantisch (erst vor ein paar Jahren fertiggestellt) oder am verfallen. Baustellen und Staus finden keine mehr statt. Ohne Geld wird nicht gebaut und kaputte Wirtschaft braucht keinen Verkehr!

Die Aussenbezirke waren früher von Afros befallen und sind teilweise durch das Government gänzlich dem Erdboden gleichgemacht worden. Heute werden vor allem die Suburbs im Süden von den verbleibenden Einwohnern - darunter Chinesen, Latinos und  fast keine Schwarzen - mit Eigenaufwand und wenig Mitteln in einem für sie akzeptablen Zustand gehalten. Fast liebevoll versuchen sie teilweise sogar öffentliche Strassen zu reinigen.
Die Leute hier haben vielleicht schon mehr als andere begriffen, dass man sich in diesem Land zukünftig wirklich selber helfen muss.
 



18. Tag (Dienstag) Milwaukee - ein Tag in Harleyville.                  26.07.11

Noch sind wir keinen Meter mit einer Harley-Davidson gefahren - aber das kommt auch noch!

Milwaukee, die grösste Stadt des Staates Wiskonsin mit gegen zwei Millionen Einwohnern hat auch anderes zu bieten - zum Beispiel ein unglaublich schön gelegenes Kunstmuseum.

Es wurde von ein paar Jahren um einen spektakulären Trakt erweitert und zwar von keinem Geringeren als Santiago Calatrava - ja DER! Sogar die meisten Sportfans auch ohne Kulturverständnis kennen seine Monumente aus Barcelona, Valencia und so weiter...

Ein Aussicht wie bei Scheichs - aber nur bis Mitternacht...

Wieder haben wir einen Aussichtsplatz gefunden, der sich gewaschen hat: Den Parkplatz des Golfclubs von Wind Point, einige Meter über dem Michigansee gelegen. Na ja, 'wild' übernachten geht ja nach Gesetz hier gar nicht und prompt klopft ein Cop an und bittet mich an einen 'sicheren' Platz zu fahren.

Ab morgen müssen wir auch wieder ein paar hundert Meilen fressen, denn wir so easy weitermachen, wären wir wohl erst im Oktober zurück in Florida! Der ausgiebige Besuch von Chicago steht an - aber wir werden den Bus wohl kaum verlassen. Das letzte Mal war ich vor zwei Jahren da und ich wähnte mich in weiten Teilen der Aussenquartiere irgendwo im Kongo...

Was sehenswert ist, geniesst man in Chicago am besten in zwei Meter Höhe im Vorbeifahren. Safety first!



17. Tag (Montag) Oskosh - nun eine Art Oktoberfest!                 
25.07.11

Vor
zwei Jahren war ich zum letztenmal da, in Oshkosh - damals war der Dollar gegenüber dem Schweizer Franken noch fast ein Drittel mehr wert. Flugzeuge, deren Kaufpreise auch gebraucht fast immer in die Hunderttausende gehen, sind jetzt traumhaft günstig. Citation-Jets für weniger als eine halbe Million gab es noch nie. Aber - kaufen tut keiner mehr.

Oskosh ist heute ein Volksmeeting - vor allem der Campingszene! Die Felder der Wohnwagen und -Busse sind kaum überblickbar. Es sind Tausende welche sich auf den gut eingerichteten, säuberlich markierten und kilometerweiten Feldern für eine Woche einrichten. Die Flugvorführungen sind bescheiden geworden - ein paar T6 drehen ihre Runden - Jets der Armee glänzen durch Abwesenheit, was kaum jemand stören dürfte. Ueberhaupt, die Glorifizierung der Militärs ist in der heutigen Zeit sowas von passé - ja unter den Umständen, was auf der Welt abgeht, eigentlich unanständig - dass sich die Army auffällig zurückhält.

General Aviation - Faded Glory!

Wie ich seit Jahren voraussagte, ist die private Luftfahrt nun wirklich am Ende. Die Verkäufe von Neuflugzeugen sind schlicht praktisch nicht mehr existent und gebrauchte stehen Zehntausende weltweit zum Verkauf. Auch Liegenschaften, Yachten und teure Autos sind wohlfeil, aber im Gegensatz zu Flugzeugen kann die jeder wenigstens einsetzen und darum existiert immer ein Markt.

Ich habe um meine Bekannten auf den Ständen der Hersteller (soweit sie überhaupt noch auf dem Posten waren) einen Bogen gemacht. Was sollte ich denen sagen? Die können ja nicht anders, als dastehen, bis das Geld ausgeht - wie es bei vielen schon der Fall ist. Inder, Chinesen und Malaysier kaufen die einst grossen Hersteller für ein paar symbolische Dollars - nur damit es irgendwie noch weitergeht...

Wir machen uns aus dem Staub und fahren bis nach Fonds du Lac. Dort finden wir ein Strässchen das bis an Ende einer Halbinsel führt - direkt am Wasser. Gut, eigentlich sind solche Orte in totaler Einsamkeit nicht zu empfehlen - aber wer sagt den Uebeltätern, dass der RV-Besitzer keine Artillerie hat? Losschiessen tun die Amis ja gerne...

Wir werden mit dem schönsten Sonnenuntergang der Reise belohnt - ein Modell für jede Karibik-Insel und dabei befinden wir uns im hohen Norden der USA! Allerdings plätschert das Wesser ein bisschen laut und das die ganze Nacht.

PS. Der Rücken ist schon fast wieder retabliert - was für eine Wohltat!
 



16. Tag (Sonntag) Bad News - Hexenschuss!                             24.07.11

Beim Herausgrabschen der Klappsessel passierts: Ein ganz schöner Stich im Rücken und Aufrichten fast unmögliich!

Immerhin ist in den USA auch sonntags sozusagen alles offen und eine Voltaren-artige nach Kampfer riechende Creme soll Anhilfe schaffen! Das tut sie dann auch und erhitzt die schon vom Sonnenbrand empfindliche Haut mörderisch - aber es wirkt langsam aber sicher.

Trotzdem nisten wir uns am Rand des Lake Winnebago im schicken Städchen Neenah ein und vorsichtige Spaziergänge bringen mich rasch wieder zu aufrechten Gehen. Trotzdem ein Schreck - so schnell ists passiert und die Reise versaut!

 



15. Tag (Samstag) Der Stress ist vorbei - Bummeln angesagt.   
23.07.11

Am Montag geht die Airshow von Oskosh loas und da wollen wir einen Tag oder mehrere verbringen. Dass wir auf dem Rückweg sind ist eine grosse Erleichterung. Vor allem die Wiedereinreise von Kanada hat mich, nach all den Berichten von Opfern der Immigration-Stasi
schon beschäftigt. Es ist einfach schwierig, nicht damit rechnen zu können, einen Job zu erledigen weil zu viele 'Unbekannte' im Wege stehen.

Vor allem die Willkür der Beamten überall auf der Welt hat mich schon vorsichtig gemacht. Nun, das verlumpte, dreckige Green Bay lohnt keinen Aufenthalt und so gehen wir weiter südlich ganz fein essen und übernachten gleich auf dem riesigen, unbenützten Parkplatz der Restaurants. Wi-Fi gibts problemlos fast überall auch im Coach und so ist die Versorgung mit Nachrichten und Messages kein Problem. Ueberhaupt - ein Reisebus dieser Grösse bietet alles einer Ferienwohnung - wirklich alles!

 



14. Tag (Freitag) Eine Bucht nur für uns allein!                            
22.07.11

Einen Fehler haben wir gemacht: Da weder Nahrung, noch Feuerholz oder auch Abfälle in die USA eingeführt werden dürfen haben wir natürlich keine Vorräte an Bord. Also wäre ein Grosseinkauf vonnöten! Einen Supermarkt haben wir jedoch noch nicht angetroffen und nur in einem grösseren, feinen Delikatessengeschäft ein paar Kleinigkeiten gekauft. Gut, Wasser ist noch genügend da und für ein mageres Diner reicht es auch - und DEN Platz, den wir gefunden haben ist durch nichts zu übertreffen!

Heute ist halt Schmalhans Küchenmeister und ab morgen geht es wieder ans Meilenfressen...

Sonnenbrand wie ein Engländer auf Malle!

Mutterseelenallein auf dem gepflegten privaten Bootsplatz stelle ich das ganze Gefieder des Motorhomes auf (Vorzelt, Slides, Rasenteppich, Gartenstühle, ausnivellieren mit den hydraulischen Stützen, etc.) um für das RV-Treffen auf dem Flugplatz von Oskosh die Generalprobe abzulegen. Wäre je recht peinlich, vor all den Leuten das Vorzelt nicht aufstellen zu können - denn so einfach ist das gar nicht.

Nun, hat alles soweit geklappt, aber während der halben Stunde eifrigen  Uebens habe ich mir einen ausgewachsenen Sonnenbrand an den Schultern eingefangen. Aber richtig - Alice lacht sich tot! Ich hab es einfach nicht mitgekriegt. Dass dies so schnell gehen kann, erstaunt mich jetzt noch. Ich hoffe, dass ich die Sache ohne grosse Tortur überstehe - dass sich die Haut schälen wird, scheint allerdings klar. Seit meiner Kindheit ist mir dies wohl nicht mehr passiert. Kopfschüttel! Wird wohl eine unruhige Nacht...
 



13. Tag (Donnerstag) Nur noch Erholung und Entspannung
.       
21.07.11

Einer der grossen Seen fehlte uns noch in der Sammlung: Der Lake Superior. Eigentlich ein Binnenmeer mit Süsswasser. Man muss sich vorstellen, dass sich schon vor gut hundert Jahren ein reger Schiffsverkehr abspielte - mit grossen Segelschiffen. Alleine vor der Küste von Whitefish-Point liegen 550 grosse Schiffe auf Grund! Dazu gibt es Museum und natürlich - wir sind in den USA - tausend Gadgets und Goodies!

Manchmal überlege ich mir, was in den Köpfen der Siedler vorgegangen sein muss, wenn sie auf ihrer Suche nach dem Glück auf solche perfekten Landschaften stiessen. Vielleicht war die die glücklichste Zeit der Menschheit überhaupt. Natürlich musste man damals ein paarmal täglich dem Herrn danken - aber dies tun viele Amerikaner noch heute!

Vom Bus direkt ins Wasser.

Tausende von Familien aus Chicago und den anderen Orten besitzen ein Cottage oder eine 'Cabin' direkt am Sandstrand an einem der Big Lakes. Fantasievolle Briefkasten zeugen von der Freude und dem Besitzerstolz. Vor der Hauptstrasse führt dann ein privater Weg, der Driveway, zu Haus - meistens mit separater Garage. Darin befinden sich dann Rasenmäher, Jetsky - aber auch Snowmobile und Gewehre. So richtig amerikanisch halt! Dass hier nichts mehr wie früher ist, zeigen auch die zahllosen Verkaufsschilder - die meisten mit dem Vermerk 'REDUCED' versehen. Ich erspähe ein leeres Grundstück und es gelingt mir (mit dem Kampf gegen einige Aeste) das Motorhome durchzuzwängen und direkt am Sandstrand zu positionieren. Da bleiben wir einen Tag und baden auch. Das Wasser ist 'seichwarm'.



12. Tag (Mittwoch) Zurück in den Vereinigten Staaten.                 20.07.11

Die lange Fahrt längs des Huron-Lakes ist ziemlich eintönig. Der Verkehr beschränkt sich auf ein paar SUV's und Trucks, die vor allem mit Holz beladen sind. Es gibt kaum Brücken, dafür einige Steigungen und viele Kurven. Die wenigen 'Communities', welche meist aus ein paar mehr oder wenig verfallenen Häuser und Shops bestehen, sind sich zu Austauschbarkeit ähnlich.

Von Zeit zu Zeit fahren wir an die nahegelegenen Strände. Hier ist immer tote Hose, auch wenn einzelne 'Tourist-Areas' liebevoll zurechtgemacht sind - sogar mit bereitgestelltem Feuerholz! Wir verpassen jedoch nichts mit der Weiterfahrt...

Einreise - uff, geschafft!

Sault St-Marie ist auf beiden Seiten des St.Mary-Rivers angesiedelt - verbunden durch zwei alte, blaue Eisenbrücken. Auf der amerikanischen Seite wird eifrig gabaut und den schon existierenden fünf 'Lanes' weitere angefügt. Nun, wir sind zur Befragung vorgerollt und das Verhör beginnt: Alles möglich über die Reiseroute, unsere Berufttätigkeit, vorgängige Reisen in die USA, Hausbesitz in Europa (!) - alles nach  Checkliste und mit Eingabe in den Computer - registriert für alle Zeiten! Dass wir keine Nahrungsmittel und Feuerholz (wegen möglichen Würmern) mitführten, war klar - da waren wir ja vorgewarnt. Kurz, ich habe das Interview bestanden und bei der nächsten Tankstelle gleich mal 340 Liter Treibstoff getankt - wofür drei Kreditkarten benötigt wurden - denn die stellen bei hundert Bucks gleich auf stur und gehen nicht mehr!

 



11. Tag (Dienstag) Little Barrier: Le calme absolu.                      19.07.11

Mit den europäischen Campingcars kann man die Motorhomes oder RV's (Recreational Vehicles) natürlich nicht vergleichen. Mein Carthago-Liner der schon zu den luxeriösesten gehört, hat zwar jede Menge Design und vor  allem Technologie aufzuweisen - wie Solarzellen und Batterien, die sogar zum Betrieb von Microwelle und Staubsauger genügen, sowie eine ausgeklügelte Zentralheizung und so weiter.

Hier macht man es sich einfach: Ein Hilfsmotor (Generator) ist fest eingebaut und wenn man Air Condition oder Strom will, lauft der einfach vor sich hin. Vom Spritverbrauch redet hier eh keiner!

Die Spannung der Reise hält an.

Eigentlich sind wir gut im Fahrplan - das heisst, wir haben zwei Tage 'Vorsprung' auf den Kalender. Man kann sich vorstellen, dass ein solch aufwendiger Trip nicht einfach spontan ohne Planung ablaufen kann - oder vielmehr würde dies nicht meinen Ansprüchen entprechen.

Es war mir wichtig, alle auf der Route liegenden Highlights zu berücksichtigen - denn dies ist die letzte Reise dieser Art in den Norden der USA, welche ich absolvieren wollte. Dass sich bisher alles weit über den Erwartungen abspielt, ist sehr erfreulich. An den meisten Orten war ich ja schon mal irgendwie - wenn auch vor Jahren. Souvenir!

Ich habe es ja beschrieben: Es soll eine Abschiedstour werden - von der alten Zeit, von einigen Freunden und dem ehemaligen Vorhaben, mich teilweise in den USA zu etablieren. Bisher läuft alles perfekt!

Trotzdem - richtige Entspannung will sich noch nicht einstellen, denn noch liegt weit mehr als die Hälfte der Route vor uns. Vor allem die Wiedereinreise in die USA macht mit Sorgen, denn die Beamten der US-Immigration machen mit ihren Prozeduren selbst Kanadiern, welche seit Jahren ein Haus in Florida besitzen, die Einreise zum Alptraum. Die Befragungen gehen ins Persönlichste und dies im Ton eines Verhörs! Mindestens werden wir mit dem US-Motorhome und Schweizerpässen auffallen...



10. Tag (Montag) Von der Industriehölle ins Paradies.                 18.07.11

Man kann sich kaum hässlicheres vorstellen als die Minen- und Schwerindustriestadt Sunbury! Aehnliches habe ich nur in der ehemaligen Sowjetunion angetroffen. Es geht ja nicht nur um die schwarzen Riesegebäude mit ihren Schloten die blaugelben Rauch ausstossen, sondern auch um die Wohnsiedlungen, gegen welche die Plattenbauten von Ostberlin architektonische Höhepunkte waren. Wer hier sein Dasein verbringen muss, ist fürs Leben gestraft!

Ein paar Dutzend Meilen weiter allerdings ist davon nichts mehr zu spüren und zu riechen. Man biegt dann vom Highway 17 ab zur grössten Süssseeinsel der Welt,
Manitoulin, welche zum Teil als Indianerreservat dient.

Little 'Saint Tropez' der betuchten 'Ontarier'.

Halt machen wir nach einigen Stunden Fahrzeit in Little Current. Hier liegen die richtig dicken Jachten des Lake Huron. Gut, wenn man will kann man mit der Umrundung aller 'Big Lakes' zwischen den USA und Kanada eine grössere Distanz abfahren als bei einer Atlantiküberquerung! Da lohnt es sich schon, eine anständige Yacht zu besitzen - allerdings liegen die vor allem im Hafen.

Auch ich mache meine Show: Den RV mittels den hydraulischen Stützen stabilisieren und ausrichten, dann alle Seitenkästen (Slides) ausfahren, die Markise ebenfalls und die mal die neuen Klappfauteuils testen - die haben wir ja eigentlich wegen der Airshow gekauft...

Es hat zwar einigen Möwen hier, aber sonst ist es herrlich still und so bleiben wir über Nacht und vielleicht morgen uach den ganzen Tag. Ein Ferientag ohne Action muss doch auch sein!
 



9. Tag (Sonntag) Einreise über den Viadukt nach Kanada.         17.07.11

Wir beschliessen, dem Wahnsinnstrubel rund um den Niagarafall früh zu entfliehen und machen uns über die neue Brücke ins endlose Kanada. Die Einreise ist kein Problem - die wolle nur zweimal wissen ob wir mit dem Reisenbus wirklich alleine unterwegs sind. Dann gibts den kanadischen Einreise-Stempel in den Pass.

Um Toronto machen wir einen Bogen - erstens waren wir schon früher ausgiebig vor Ort und dann ist die kanadische Grossstadt austauschbar mit jeder anderen Durchschnittsmetropole auf dem Kontinent. Dieses Wochenende hat Toronto.einen neuen Temparaturrekord beschieden: 35 Grad! Unser zum Glück sehr gut ausgestattete Motorhome hat gesamthaft drei Klimaanlagen - no joke - und so spüren wir wenig von der Hitze.

Kanada ist das bessere Amerika!

Schon der Strassenzustand ist nicht vergleichbar mit den vernachlässigten Belägen in den USA. Zudem ist der Zukunftsglauben offensichtlich noch intakt - überall wird gebaut, renoviert oder abgerissen.

Auffällig ist auch der wesentlich neuere Fahrzeugpark hier in Kanada, womit wir beim Fahren sind: Im Gegensatz zu den pragmatisch und ruhig cruisenden Amis sind die Kanadier ungeduldige Rowdies. Auffahren, speeden und bei jeder Gelegenheit überholen sind Dinge, die in den USA schon lange verpönt sind - jedoch sind die guten Kanadier offensichtlich noch nicht in der automobilisten Gegenwart angekommen! Das Resultat ist allgegenwärtig sichtbar - Auffahrunfälle en masse. Schon in der ersten Stunde habe wir mehr Crash gesehen aus auf den tausenden von Meilen in den USA. Stundenlange Staus sind das Resultat...

Pourqoui les canadiens sont-ils si méchants?

Ueberhaupt und sowieso sind die Kanadier (mindestens hier in Ontario) nicht besonders gut drauf. Amis (und den US-Dollar) hassen sie wie die Pest und gehen ziemlich ernsthaft ihren Tätigkeiten nach - Joie de vivre sieht anders aus!

Die Bevölkerung hier signalisiert aus allen Poren, dass sie in Ruhe gelassen werden wollen - auch von ihresgleichen. Vielleicht ist es das weite Land, das harte Klima im Winter oder einfach der Stress (ja, hier gibt es noch Arbeit!)

Entgegenkommen oder gar Herzlichkeit kann man nicht erwarten - nicht einmal gesundes Interesse an dem was gerade vor sich geht - hier herrscht gelebte Indifferenz! Wie mal in der DDR...

Traumresorts und romantische Buchten...

Motorhomes auf Parkings vor Luxushotels sind zwar selten - aber werden toleriert. Es braucht einfach den Mut und ein gesundes Auftreten und man parkiert schlicht überall - ich sage überall!

Wir genehmigen uns ein schönes Glas Wein, fahren dann aber weiter nach einem Pseudo-Fischerort, der von betuchten Naturliebhabern eingenommen wurde: Pointe du Barril.

Hier übernachten wir und werden von einem gewaltigen Gewitter geweckt - zum Glück ohne Hagel! Aber abkühlen tuts kaum - zum Glück haben wir unseren Generator und Air-Condition...
 



8. Tag (Samstag) Wunderschöne Route 31 bis Niagara-Falls.      16.07.11

Der Staat New York (Manhattan, als New York City gehört ja zu New Jesey) hat schon überrascht. Im Gegensatz zum zwar flächig grösseren, aber langweiligen Pennsylvania kultivieren die Menschen hier die Vergangenheit - mindestens den alten Highways 31 und 104 entlang. Vor jedem dritten Haus steht eine polierte Harley und die Gärten sind manikuriert!

Dann endlich gegen Abend die Niagara-Fälle in Sicht. Der Gischt der tobenden Wassermassen ist weithin sichtbar. Ich war bisher auf der kanadischen Seite, wo man auch von 'unten' an die Fälle hinkommen kann. Direkt an der 'Abrisskante' des reissenden Wassers zu sein, hat auch seinen Reiz. Immer wieder eindrucksvoll. Wir sind ein wenig geschafft und übernachten gleich hier. Wie geht es morgen mit der Einreise nach Kanada?!

 



7. Tag (Freitag) Baccus-Party in Watkins Glen.                             15.07.11

Ja, Zufälle gibt es! Eigentlich wollte ich sehen, was aus der ehemalig bedeutenden Rennstrecke geworden ist. Dass dann lange Autoschlangen dahin unterwegs waren, machte die Neugier noch grösser. Es finden in 'Glen' immer noch Nascar-Rennen (die Nummer Eins-Serie in den USA) statt und so erwartete ich ein Race-Weekend. Doch dem war nicht so: Geladen war zur Weinparty! Was kaum einer weiss, erfuhren wir vor Ort: Im Staate New York wird bester Wein produziert!

Tausende haben sich getroffen und viele waren in 'römischer' Verkleidung erschienen (dies ersparte ihnen einerseits den Eintritt und war sehr lustig anzusehen) und natürlich können auch die Amis saufen! Ihr 'Lord' wird es ihnen wohl verzeihen.

Gekrönt wurde die Fete dann um Mitternacht von einem Riesenfeuerwerk und es ging noch lange rund auf dem Hubel von Watkins Glen.
 



6. Tag (Donnerstag) Manhattan - nichts hat sich geändert!          14.07.11

Wir sind über die George Washington- Bridge in die Bronx 'eingedrungen' und haben zwischen Ungläubigkeit und aggressiver Huperei den Zorn der schwaren 'Eingeborenen' erlebt. Dann gings endlos weiter durch Harlem, dem Central Park entlang und durch die 6st Avenue zur Südspitze. Mit all den nervösen Taxifahrern und den Tausenden zu Fuss muss man die Augen überall haben. Immerhin - die Fussgänger rennen nicht mehr bei roten Ampeln zwischen den Autos durch - Anfänge von Disziplin in New York!

Durch den Hollandtunnel (fast eine Stunde im Stau) sind wir dann der Stadthölle entkommen.

Natürlich - never again - aber es war immerhin etwas vom Amüsantesten, das mir jemals in den Sinn gekommen ist. Dass es nicht schief gelaufen ist (kein Unfall - keine Beschlagnahmung oder so) ist vor allem einer Ursache zuzuschreiben: Der offensichtlichen Ueberraschung der Menschen - denn ausser den Sightseeing-Bussen und einzelnen Baulastwagen ist Manhatten Taxis, Fussgängern und geduldigen PW-Fahrern überlassen. Aber dass wussten wir vorher noch nicht - kurz, unvergesslich, aber gut gemacht!

Quer mit dem RV durch New York City - geht doch!

Permanent ist man heute eigentlich mit dem Gesetz in Konflikt - geht nicht mehr anders! Und manchmal kommt man aus den Uebertretungen gar nicht mehr hinaus. Wenn der ganze Stress vor 'Erwischtwerden' noch mit einem schwierigen Job, der alle Aufmerksamkeit erfordert, verbunden ist - dann gilt es, Nerven zu bewahren...

Dass ich mit dem Reisebus durch New York City fahren werde, war eingeplant. Das dies im vollen Rush-Hour-Verkehr mit den undisziplinierten New-Yorkern schwierig sein wird, war mir klar.

Dass jedoch das Befahren des Big Apple mit Bussen und Lastwagen verboten ist, weiss ich jetzt auch. Aber wir wahren schon drin, als mir die Schilder auffielen: Cars only - Trucks prohibided. Das ist sowas wie durch die Einbahn fahren. Wenden unmöglich! Ein mächtiger schwarzer Bulle in zivilem Fahrzeug - aber mit Blaulicht - hat mir dann den Tarif erklärt: 700 Dollar - und mich dann trotzdem ziehen lassen.
 



5. Tag (Mittwoch) Amish World - gelebter Irrsinn.                     13.07.11

Ich denke, es war der negativste Eindruck dieser Reise bisher - die unheimliche Stimmung um diese religiösen Spinner um Lancaster, im Staate Pennsylvania.

Die Erwachsenen, die übrigens durchwegs schlecht draufsind - man trifft sie auch in Supermärkten - sind noch zu verkraften. Auch die Talibans sieht man selten fröhlich...

Was jedoch bedrückt, sind die Kinder, welche unter strengsten Sitten und Auflagen aufwachsen müssen. Ein kleiner Junge, der einen Bogen um unser stehendes Motorhome machen musste und dabei strickt vor sich zu Boden sah und uns keines Blickes würdigte, geht mit nicht aus dem Sinn. Seine gebeugte Haltung unter dem vorgeschriebenen Hut in der Hitze von fast 40 Grad und sein unglücklicher Ausdruck im sonst hübschen Gesicht konnte einem das Herz brechen. Gottenfurcht? Für mich schwerster psychischer Missbrauch - zum Kotzen!

Unter der Fuchtel Gottes leben? Einfach krank!

Die religiöse Spinnerei überall in diesem verdammten Land ist mitschuldig am Untergang. Heuchelei, Bigotterie und demonstrative Kirchgängerei verbunden mit dem dünkelhaften Patriotismus sind allgegenwärtig. In vierzehn Tagen kommt die nächste Stufe zum wirtschaftlichen Untergang - dann nämlich, wenn der Kongress die nächste durch die Wallstreet-Banker verordnete Milliardenspritze für den faktisch wertlosen Dollar bewilligen wird.

Was machen all die Amerikaner, wenn sie begreifen, dass sie fast alles verlieren werden? Wie verkraften sie den Tag, an dem die Regierung zugeben werden muss, dass der Araber-Angriff auf die Türme in Manhatten ein Fake - ein von Geheimdiensten und Army durchgeführter Angriff unter falscher Flagge war?!

Die Meinung oder Hoffnung der verantworlichen Hintermänner in New York und Washington, dass die Menschen dann einfach wie bisher Gott verantwortlich machen, könnte sich als falsch erweisen. Vielleicht übernimmt der amerikanische Bürger dannzumal endlich Verantwortung...
 



4.Tag (Dienstag) Kleiner, feiner Nationalpark durch 2 Staaten.    12.07.11

Wenn man eine solche Mammut-Reise zu bewältigen hat, sollte man auf freiwillige Extratouren verzichten! Manchmal scheint ein Abstecher jedoch so verlockend, dass man 'zuschlagen' muss.

Gleich vorab: Wir haben es nicht bereut - das liebliche überaus gepflegte und versöhnliche Hochplateau in den Appalachen war die 'Detour' wert - allerdings zum Preis von 10 Stunden hinter dem Lenkrad - davon viele auf sehr schmaler Strasse. Die ersten tausend Meilen sind jedoch hinter uns... Der Verkehr bestand allerdings fast nur aus einigen Harleys - zum Teil aus New York!

Blue Ridge Valley - the hidden beauty...

Im Gegensatz etwa zum Grand Canyon ist Virginias Mini-Natinalpark banal. Eine Art von Juralandschaft, allerdings ohne Felsen und Schluchten - vielleicht mehr Emmental, aber auf die sanfte Tour. Eine grüne Oase, ein gigantischer Garten ohne Viehbestand und Gebäuden.

Einwanderer aus dem Schwabenland müssen den Park angelegt haben, denn er verströmt die Aura der sauberen, unberührten oder eben heilen Welt der Spiessbürger. Eindrücklich. Allerdings bleibt man dann während Stunden auf der aller- einzigen, sehr engen Route gefangen. Nur dank dem Navi kann man erkennen, dass es überhaupt nicht nur im Kreis rumgeht, so gleichen sich Hügel, Felder und Wälder!
 



3.Tag (Montag) Südstaatenromantik am laufenden Band.         11.07.11

Ok - nun wird es ernst. Der Anschub zur grossen Reise beginnt. Aber wir lassen es ruhig angehen. Auf dem Highway ONE und anderen US-Routes geht der Trip über Augusta nach Aiken. Also nach Florida durch Georgia und South Carolina.

Aiken ist süss, aber am darben - noch droht kein Verfall, aber die Geschäft laufen nicht mehr.

Einst war der Ort an der Grenze zu Georgia eine kleine, aber feine 'Vorzeigestadt', welche mit durchgehenden Alleen grosszügiger angelegt wurde als ich jemals in den USA angetroffen habe. Zentrum der Pferdeliebhaber und vom Highway 1 durchquert war Aiken das Mekka für Ausflüge der Gesellschaft der benachbarten Grossstadt Augusta - ja sogar von Atlanta scheute die gute Gesellschaft den Country-Trip nach Aiken keineswegs! Die teuren Geschäfte verschwinden langsam - aber Aiken wehrt sich!
 



2. Tag (Sonntag): Erste 200 Meilen in gewohnter Umgebung.
     
10.07.11

Mit dem heutigen der 'Sicherheitszonen' um die Flughäfen war die Rückgabe des Mietwagens eine fast unmögliche Angelegenheit, wenn man nicht meilenweit zu Georgie - unserem Motorhome - zurücklaufen wollte. Die Show bestand darin durch die für die Feuerwehr benutzte Serviceroad direkt hinten an das Parkhaus zu fahren.

Einige hörten mit der Arbeit auf, als ich direkt hinter dem Parkhaus seelenruhig mit dem Monster auftauchte, Alice einlud und querbeet durch den Verkehr mitten auf einer gesicherten Einfahrt wendete. Schamlose Uebertretungen - aber es war auch die süsse Rache für die Behandlung durch den Fascho-Immigration-Officer der vergangenen Nacht!

Orlando, die heimliche Hauptstadt Floridas kann den laufenden Zusammenbruch der USA noch kaschieren. Allerdings sind sowohl Highways, Supermärkte und auch Hotel gespenstisch menschenleer.

Wo früher Hunderte von Kränen neue Projekte hochzogen, ist aktuell einfach nichts - wie in einem Hollywoodmovie 'Der Tag darnach' oder so. Dasselbe gilt für den Moloch Jacksonville - die USA sind kein Zukunftsmodell mehr. Bin gespannt auf NYC!

Daytona Beach - deutlicher Eindruck des Verfalls!

In Daytona Beach hingegen ist die Katastrophe schon offen zu sehen. Viele Häuser und Hotels stehen leer - von den Läden gar nicht zu reden. Man hat auch schon aufgegeben, 'For Sale'- oder 'For Rent'-Schilder aufzustellen. Nicht einmal mehr die einst lukrativen 'Tolls' - also die Zufahrtsgebühren für Autos zum Strand werden mehr erhoben...

Treibstoffe, Preise für Nahrungsmittel und das Leben allgemein ist für die Durchschnittsamerikaner so teuer geworden, dass es nun nicht mehr verträgt, Eintritte zu verlangen. Für die übrigens flächig leerstehenden Parkplätze wird auch nicht mehr bezahlt - kontrollieren tut keiner!

Dafür - das ist mein subjektiver Eindruck - sind die Menschen freundlicher und aufmerksamer geworden. Angst vor der Zukunft macht offensichtlich demütig!
Morgen gehts bis mal in die Appalachen - da muss der 18-Tönner zeigen, was er in der Hitze draufhat...
 



1.Tag (Samstag): Ankommen in Apopka, FL                                  09.07.11

Angekommen sind wir gut. Diesmal debile Schikanen an der Immigration - es ist ein Farce! Homeland Security? Gute Nacht, liebe USA!

Aber wenn man weiss um was es eigentlich geht (humiliation), dann kann man die lächerlichen Prozeduren ruhig nehmen. Indifferenz demostrieren, ja keine Erklärungen abgeben wollen und  den Zirkus auf keinen Fall ernstnehmen - sonst ist man verdächtig.
 
Immerhin, morgen soll es schon mal nach Daytona Beach gehen und dann rollen wir weiter nach South Carolina und in die Appalachen.

Ich wundere mich immer wieder darüber, wie mich Shopping, Peoplewatching und Spazieren in der Natur ausfüllen. Alles Dinge, welche den Intellekt nicht herausfordern. Trotzdem langweilt man sich nicht - merkwürdig. Ich denke, dies ist eine Form der simplen Entspannung, welche man unwillkürlich sucht. Andere Typen sitzen einfach tagelang vor dem Fernseher - auch das geht wohl.

Nun aus dem Joggen am Strand wurde nichts. Ich war einfach zu faul - aber marschiert bin ich dann schon einige Meilen! Wenn die Sonne scheint und es so um die 25 Grad warm ist, hat man einfach Lust in der Natur rumzuhängen und wenn es nur im Park auf einer Bank ist. Vielleicht ist dies schon eine Alterserscheinung?!

Am Abend bin ich dann mit einem guten Freund - der mich auch gerne von einem Restaurant zur nächsten Bar und dann zu einem weiteren Club fährt - in Winter Haven gelandet. Lifemusik mit alten Rockern - hey, die waren wirklich ganz gut - und dazu ein gutes Glas kalifornischen Rotwein.

Natürlich wird dann noch ein bisschen an der Bar rumgeturtelt - aber morgen muss ich ja früh los und dies war dann auch die Ausrede, schon um elf abzuhauen. Nachstes Mal, David - habe ich bestimmt mehr Ausdauer! Immerhin, es fühlt sich gut an in einem fremden Land Freunde zu haben.



 



Unsichere Prognose für den grossen Trip...                                  01.07.11

In ein paar Tagen kommen wir in Orlando an und dann sind wir für einen Monat und Tausende von Meilen quer auf dem nordamerikanischen Kontnent unterwegs.

Es sind Highlights vorgesehen wir Oskosh, der Besuch von alten Freunden, welche wir für Jahre nicht mehr gesehen haben und dann natürlich die Destinationen, welche man nicht missen darf - auch wenn man schon einige Male da war:

Daytona, Washington DC, New York City, Niagara Falls, Toronto, Great Lakes, Milwaukee, Indianapolis, St. Louis usw.

Am 2. August könnte in den USA der Notstand ausgerufen werden, nämlich dann, wenn der Kongress die abartigste Verschuldung der Menschen im Land ablehnen würde -
die grösste Pro-Kopf-Schuld aller Zeiten. Zionist Geithner und seine Wallstreet-Banker wollen das Chaos schaffen.

Wenn dies eintrifft, wird sich unser Trip wohl sehr schnell den Ende zuneigen. Beim Kauf des Motorhomes und bei der Buchung des Transatlantikfluges war alles noch nicht so dramatisch - aber nun überschlagen sich die schlechten Meldungen, was die USA betrifft.
Nun, heute ist alles riskanter als je zuvor - aber immerhin haben wir es versucht...

 



Die stolzen USA sind wirtschaftlich am Ende.                                    16.06.11

Jetzt, aktuell ist Amerika daran, sich auf das Niveau von Griechenland herunterstufen zu lassen. Der Benzinpreis hat sich verdoppelt und die Preise für Häuser haben sich halbiert.

Amerika, das Land, welches auf dem grenzenlosen Individualverkehr und dem Hausbesitz als Nationalbrauchtum aufgebaut ist, verliert sich im Chaos der Insolvenzen, der Unzufriedenheit, der Arbeitslosigkeit und der Kriminalität.

Amerika - welches sich jahrelang über die 'German Angst' und die 'alte Welt' lustig gemacht hat. Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, der Schmelztiegel der Welt und vor allem das Land der Freiheit?

Nichts ist davon übriggeblieben. Möglichkeiten, beruflich zu arrivieren sind fast überall grösser als in den USA, aus dem berühmten Schmelztiegel ist eine gehässige, rassistische Gesellschaft geworden und ich kenne kein westliches Land, welches mehr Kontrollen, Ueberwachung und Misstrauen gegenüber seinen Bürgern und auch Besuchern installiert hat. America goes to fascisme - says some people...

Back to the Future.

Seit mehr als dreissig Jahren bin ich in den USA 'zuhause' und habe zusammengezählt wohl Jahre auf dem Kontinent verbracht. Das Ziel der Reise quer durch Amerika und Kanada ist auch ein Wiedersehen mit Orten und Menschen, die ich von früher kenne. Viele Orte werde ich kaum wiedererkennen und viele Bekannte werden verschwunden sein. Daher ist der Trip nicht nur spannend, sondern vielleicht auch dramatisch.

Auf jeden Fall ist es eine emotionale Reise zurück in eine Zeit, in der Amerika noch Zukunft hatte und man noch von den 'unbeschränkten Möglichkeiten' der neuen Welt träumen konnte.

Ich freue mich natürlich über die Eindrücke und Begegnungen - aber ich bin mir auch bewusst, dass dies eine grossartige Abschiedstour werden wird.


 

 

  
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