:: Gregor Fischer ::
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Turn durch den amerikanischen Westen

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Für die letzten drei Monate des Jahres 2014 hatte ich mir einen grossen Trip vorgenommen: Vor Orlando, Florida nach San Francisco, CA. Natürlich habe ich zwei völlig verschiedene Routen gewählt - zuerst die nördliche durch die Rockies und dann zurück entlang dem Golf.

Mehr als zwei Monate quer durch die USA unterwegs zu  sein ist ein Haufen Arbeit - aber das Vergnügen überwiegt bei weitem. Ich kenne ja dieses Land mit die berühmte Hosentasche - seit Jahrzehnten. Nun, das Amerika von heute hat sich weit mehr verändert als Europa - und leider nicht`nur zum Besseren. Aber lesen sie selbst...


 

Endlich über den Teich und wieder in Orlando.                             14.10.14

Wir sind nun in Florida. Flug mit American ok, ausser dem servierten Futter - eine Katastrophe. Dafür haben sie uns mit einem ganzen Picknick an Bord gelassen und der dazu servierte Weisswein aus Frankreich war einfach grosse Klasse!

New York City, JFK: Die Immigration-Halle in gähnender Leere! Seit Jahren bin ich gewohnt, teilweise Stunden anzustehen, um meine zehn Fingerabdrücke abzugeben und auf dumme Fragen zu antworten - diesmal waren die Beamten sogar in Untätigkeit ohne die gewohnte, devote und müde Klientschaft in ihren Kabäuschen. Also Freude?! Aber nein, was für eine Scheisslaune der junge Typ hatte! Arme Teufel, machen einen Scheissjob ohne jede Lust und Interesse daran. Viele sind einfach nur noch depressiv und hasserfüllt. Und jetzt soll noch Ebola ins Spiel kommen. Amerika, quo vadis?!

Nun, wir sind erst einmal hier, haben das Motorhome in gutem Zustand wiedergefunden und eine gute Nacht verbracht. Das Abenteuer kann also losgehen. Die Durchquerung des ganzen Kontinentes steht vor uns. The Plaines, die Rocky Mountains, Nationalparks und dann der Pazifik - San Francisco wartet...

 


 

Erstes Highlight in Sicht: Denver.                                                   22.10.14

Nach immerhin fast 2000 Kilometern und fünf Staaten (Florida, Tennesee, Mississippi, Missouri und Kansas) erreichen wir Denver. Die endlose Fahrt durch die 'Plaines' mit zwar lieblichen Landschaften ist eher langweilig - wenn auch von verschiedenen Attraktionen unterbrochen. Die Wälder sind gemäss der Jahreszeit in bunten Farben gekleidet - Gelb und rot dominieren das sonst üblich Grün in allen Schattierungen.

In einer kleinen Garage in Mountain Grove (MO) habe ich die ersten Reparaturen vornehmen lassen müssen: Rechter Aussenspiegel besser befestigen, alle zehn Zündkerzen ersetzen und diverse Kleinigkeiten, welche mir auf dem Weg hierhin aufgefallen waren.

 


 

Abstecher nach Colorado-Springs.                                                  24.10.14

Gestern war ein richtiger Scheisstag - für meine Verhältnisse! Wir kamen einfach nicht vorwärts - die Distanzen sind gewaltig, die Landschaften langweilig und wir verpassten zu guter Letzt auch noch den Highway 24 nach Colorado Springs.

Die Absicht ist nun, irgendwie auf den Pikes Peak zu kommen, den sogenannten 'Mountain of America' - ebenso berühmt wie bei uns das Matterhorn. Auch Legende wegen dem längsten Bergrennen der Welt, welches dieses Jahr von Sebastien Loeb mit einer 1000 PS-Karre gewonnen wurde. Der Berg ist weit über 4000 m hoch und vielleicht schaffen wir es mit dem RV.

 


 

Halbzeit ist San Francisco nach 5000 Meilen.                                 02.11.14

Zwei Tagen in dem zwar immer noch erstaunlichen San Francisco sind eigentlich genug. Wenn man nicht ein ausgesprochener Kunstliebhaber ist oder von den Einrichtungen des 'Gay-Mekkas' profitieren kann ist San Francisco nur eines: Wunderschön und anders als die anderen Grossstädte. Die Bay mit den zahllosen Booten, der Business-Distrikt und die hügelige Umgebung mit den abenteuerlichen, berühmten Sprungschanzen auf den Strassen. Teuer ist alles geworden! Die verkaufen den Sprit über einen Dollar teurer als in den anderen Staaten und ein Bierchen kostet schon mal acht Dollar in einem schicken Pub. Die unzähligen Chinesen-Touristen zahlen offensichtlich noch gerne Preise von früher, als es hier allen gut ging - ansonsten gähnende Leere!

 


 

Nun in Monterey - auf dem Weg nach Carmel.                                   04.11.14

Gestern sind wir in Monterey angekommen - dem 'Place to Stay' für viele Hollydaymaker, welches es sich leisten können - sozusagen das Gegenstück zum Lake Tahoe. Gutes Essen - mein Gott wie schwierig es ist, immer die Hälfte stehen zu lassen - und auch ganz toller Wein, natürlich aus Kalifornien, ist hier ein Muss.

Die Restaurants sind originell, bester Qualität aber auch teuer - vor allem die Getränke! Aber dies ist ja in Bezug auf die Gesamtkosten absolut vernachlässigbar - aber es fällt einem halt doch auf. Was ebenfalls ins Auge sticht, sind die wenigen Gäste trotz dem für die Jahreszeit fantastischen Wetters. Das wie immer sehr aufgestellte  Personal - das jedoch auf nicht erscheinende Kunden warten muss - kann einem leid tun. Wie viele der verbliebenen 'Patrons' werden den Winter noch überstehen können und nächstes Jahr auch weitermachen wollen?! Ja, die USA funktionieren nicht mehr...

 


Pacific Ocean - just for Surfers...                                                     06.11.14

Pebble Beach und der berühmte 17-Miles-Strip entlang des Pazifik ist weltberühmt für zwei Dinge: Erstens sind die wohl ausserhalb Berverly Hill tollsten und teuersten Villen und Grundstücke hier angesiedelt und dann finden auch die Auktionen und Showlaufen der teuersten Autos der Welt regelmässig genau hier statt!

Wir übernachteten direkt am Meer - aber das Rauschen der Wellen ist doch eher gewöhnungsbedürftig und macht das Schlafen schwierig. Die Belohnung ist ein spektakulärer Sonnenuntergang. Am Morgen folgt eine die freie Sicht auf den Strand im Licht des erwachenden Tages. Dies sind Momente, die einen tiefen Eindruck über die Schönheit unseres Planeten hinterlassen.

Carmel on the Sea - wo jeder gerne wohnen möchte!

Carmel ist bekannt für seine zahllosen hübschen Häuser, die gepflegte Umgebung im Grünen und die versteckten weissen Strände. Alles ist jedoch einfach zugängig. Man könnte tagelang nur einfach durch die endlosen Strassen fahren (oder wandern) und die Häuser und Gärten bewundern - und viele tun dies auch. Carmel ist absolutes Must für alle die den kalifornischen Highway One bereisen.

Dann wäre zwar noch Big Sur - aber Meer ist Meer und 'Nices Homes' hatten wir genug gesehen. Wir wollten etwas anderes versuchen. ich hatte auf der Karte eine abenteuerliche Strasse (G16)  durch die Hügel entdeckt und die wollte ich ausprobieren!

Quer über die Berge - auf einer schmalen 'Route'...

Das Unternehmen war zeitraubend und fast ein wenig verantwortungslos: Die Kraxelei mit einem grossen Motorhome durch das Carmel-Valley ist absolut nicht zu empfehlen und ich denke sogar untersagt - obwohl dies nicht klar beschildert ist. Aber es hat sich gelohnt: Einerseits ist die Ruhe und Einsamkeit in diesen trockenen Tälern zwischen fast endlosen Bergen beeindruckend und dann ist das Erleben der fast zarten Farben im milden, leicht dunstigen Licht aussergewöhnlich.

Allerdings begegneten wird in drei Stunden Fahrt nur einem einzigen Auto - einer weissen, dicken Frau, die zu flott daherkam und total erschrak als wir in der Kurve auftauchten. Zur Kollision kam es glücklicherweise nicht - ich fuhr praktisch im Schrittempo - aber der Schreck im Gesicht der guten Hobby-Rallyfahrerin zeigte, das sie sowas wie unser Gefährt niemals erwartet hatte.

Schlussendlich waren wir aber froh, dass wir die weite Ebene mit den endlosen Weinbergen erreichten und den Highway 101 'entern' konnten. Die Kurbelei in den Bergen war wirklich ermüdend - genug für den ganzen Trip..!

 


 

Zweiter Tag in Las Vegas.                                                            09.11.14

Das grösste und sinnloseste Kaff der Welt - just for Fun: Vegas. Sin-City, also Stadt der Sünde nennen Amis ihre Wünstenstadt, welche nichts produziert, fast liebevoll. Ich kenne Leute, die würden da nie hinfahren. Es ist wahr, hier werden nur die Laster bedient: Spielsucht, Fressen, Saufen, Prostitution und sogar Rauchen in Casinos ist teilweise noch erlaubt.

Trotzdem - ich sehe es von der freundlichen Seite: Für Europäer sind allgegenwärtige Werbung Callgirls Normalität und gesoffen wird auch überall - kurz gesagt: Gegen Ballermann und Co. ist Vegas ein Familienfest. Eben. Eigentlich eine grosse Kirmes. Das neue Riesenrad ist zwar teuer, aber das Geld wert - ausserdem wurde kürzlich eine 'Fussgängermeile' erstellt, die aussergewöhnlichen Anklang findet. Sogar die Amerikaner haben offensichtlich genug von den röhrenden 'Sportwagen' und den knatternden Harleys. Die grossen Casinos sind schon lange mit Passarellen untereinander verbunden!

Der Franzose sagt schon richtig: Plein les Yeux!

Ob am Tag oder in der Nacht - Las Vegas schreit nur so in Farben und Bildern. Ob man sich draussen, in Shopping-Centern oder in den Casinos bewegt, überall Lärm, Blinken und Eyecatcher jeder Art. Ueberall Strassenkünstler und natürlich - Fresstempel jeder Couleur.

Die allgegenwärtigen, meist fetten Indios, welche einem mit lautem 'Girls, nice Girls' -Rufen farbige Kärtchen mit Bilder von Titten, Arschen von 'everyready' - Escorts in die Hand drücken, nerven höchstens Katholiken und fette Ehefrauen! Was solls - eigentlich ist Las Vegas, um nochmals die Franzosen zu zitieren: Ambiance bonne enfant!

Irgendwann werden Las Vegas wie auch Dubai und die anderen 'unnecessairy Cities' vergammeln und zu Staub zerfallen - wie heute Detroit, ehemalige Autometropole oder Goldgräberstädte. Heute scheint dies noch weit weg zu sein - die Flugzeuge landen im Minutentakt und Tausende kalfornische Autos (im nahe gelegenen Los Angeles ist Prostitution streng verboten) verstopfen sie Strassen!

Gebt dem Volk Brot und Spiele - sollen die Herrscher im alten Rom gesagt haben - La Vegas ist eine perfekte Umsetzung. An Sünden soll es ja im römischen Reich nicht gemangelt haben.

 


 

Seligman - an der legendären Route 66.                                       11.11.14

Was für ein krasser Unterschied: Nach dem lärmigen, kreischenden Las Vegas nun das verschlafene Kaff an der legendären Route 66!

Kurz vor Ladenschluss im Roadrunner gibt es noch ein kleines Bierchen (Brauerei Grand Canyon, bitte schön!) und ich erstehe auch einen Original Cowboy-Stetson und ein Schild 'Route 66', das künftig die Front des Motorhomes zieren wird.

Am Morgen dann doch ziemlich frisch: Knapp über dem Nullpunkt - aber die Heizung funktioniert gut. Wieder keine Wolke am Himmel - seit Wochen nur praller Sonnenschein und wunderbare Farben...

 

Sonne und Hitze, der Reifenkiller!

Gestern musste ich dem Georgie neue Reifen verpassen - überhaupt war alles fällig: Gas, Wasser, Benzin und eben die Reifen. Seit dem Kauf sind ja fünf Jahren vergangen und die Pneus sind in der Sonne Floridas rissig geworden - ok, keine Panne bisher, aber man soll nicht übertreiben. So habe ich hinten 16-Ply-Michelins aufziehen lassen (sparen Benzin und laufen leise - immer der Werbung entsprechend) und vorne 'Roadmaster steelbelted', welche die Spur perfekt halten sollen. Na dann!

Die Strassen sind ja nicht mehr überall so gut im Schuss wie man dies vor Jahren in Amerika gewohnt war. Aber ich beklage mich nicht - alles läuft super, Nordamerika ist ein grossartiger Kontinent - und der Grand Canyon Nationalpark wartet...

 


 

Immer wieder atemberaubend: Der Grand Canyon.                    14.11.14

Diese endlosen Schluchten (über 1500 m tief), in Jahrmillionen durch den Fluss 'Colorado' gegraben, gehören zu den sieben Weltwundern der Natur.

Ich denke, wer einen einzigen Nationalpark in den USA besuchen will, muss den Weg hierhin finden. Wir alle sind schon vor den Gipfeln der Alpen gestanden - oder sogar am Fusse des Himalayas - aber eben unten, im Angesicht des Berges. Hier ist alles anders, denn man steht oben, am Abgrund mit Blick in die senkrecht abfallende Tiefe, wo heute leider kaum mehr Wasser fliesst.

Apropos Wasser: Dass in Kalofornien das Wasser zum Luxusgut geworden ist, sieht man am deutlichsten in der Landwirtschaft. Die Lage ist katastrophal! Die Bewässerungsanlagen sind stillgelegt und die Felder liegen zum grossen Teil einfach brach. Eine Lösung ist nicht in Sicht, denn auch wenn es mal regnet, kann das Wasser nicht eindringen, sondern schwemmt eher den noch vorhandenen Humus weg. Kalofornien verwüstet - dank der endlosen Gier des Menschen!

 


 

Einfach endlos, der Westen der USA.                                           18.11.14

Anstelle wieder über Williams auf den Interstate zu fahren, wollten wir das Indianerland erkunden. Stolz nennt sich die riesige Gegend 'Navajo Nation' - allerdings besteht sich fast ausschliesslich aus Steppe und Wüste. Auch der wunderschöne Painted Desert gehört dazu - in seinen Farben wohl einmalig auf unserem Planeten.

Der grösste Teil Amerikas Fläche ist ja nicht etwas auf Meereshöhe gelegen, sondern ähnlich wie die Spanische Halbinsel - auf Plateaus verteilt, welche gerne auf 1500 Metern oder höher liegen. Entsprechend ist auch das Wetter: Wir haben sogar in Texas massiv Schnee erlebt!
 

Traurig aber auch die Wüsten in den Köpfen der verbliebenen Menschen hier! Die riesigen Steppengebiete sind ja fast ausschliesslich von Nachkommen der ehemaligen Bewohnern, den Indianern, besiedelt. Daher ja auch die Bezeichnung Reservate - nur ist kaum mehr menschliche Aktivität zu beobachten.

Im Gegenteil, die Mehrzahl der Menschen scheint verladen, ist sehr abweisend (sogar in Geschäften und Tankstellen) und natürlich - McDo grüsst freundlich - jämmerlich fett... Man hat - trotz der schönen Natur - nur noch einen Wunsch: Möglichst schnell weg von hier!

 


 

Baton Rouge, New Orleans - auf dem 'Heimweg'...                        22.11.14

Weit über 2000 Liter  Benzin sind seit sieben Wochen durch den 'Antriebsstrang', wie das in der modernen Diktion heisst, geflossen. Mit Preisen von 70 Cents per Liter tut dies ja auch nicht weh...

Es hat sich bisher mehr als gelohnt. Wie haben wieder einmal alles erlebt, was Amerika zu bieten hat. Unberührte Natur, kolossale Landschaften, grandiose, von Menschen gemachte Bauten aller Art und auch die noch immer herrschende direkte und offene Art der Menschen, welche das Glück haben, hier zu leben. Amerika bleibt ein Traum!

Noch sind einige tausend Kilometer zu fahren und die Planung lässt uns dafür zehn Tage Zeit. Stress gibt es keinen mehr. Shopping, gutes Essen und alle möglichen Dinge zu entdecken sind nun das einzige verbleibende Ziel . Also cool weiter bis zum Ende!

 


 

Gulfport, Mississipi.                                                                                        25.11.14

Vor ein paar Jahren war ich schon in New Orleans, von Florida aus mit einem Mietwagen. Dabei fährt man über den Interstate 10 - und verpasst wohl die spektakulärste Sandstrand-Küste Amerikas. Die haben wir nun nachgeholt.

Nun, die Saison, ein Bad im Golf von Mexico zu geniessen, ist vorbei. Das Wasser ist knapp 20 Grad warm und verwöhnten Gästen, welche sich die Karibik gewohnt sind, reicht dies natürlich nicht. Die wenigen Touristen - oder auch Anwohner - begnügen sich mit einem Marsch im sehr weissen und feinen Sand. Allerdings herrscht im Gegensatz zu Florida strenges Hundeverbot!

Krise? Hunderte neue Prachtsvillen entstehen...

Nach dem Jahrhundertsturm 'Katarina' (hoffen wirs) sind die meisten Häuser oder was davon noch übrig geblieben ist, weggeräumt worden. Die zahlreichen Neubauten stehen auf Pilotis, etwa 5 Meter hohen Stelzen. Nicht sehr ästhetisch, aber die Menschen sind offensichtlich vorsichtig geworden. Die Million-Dollar-Villen allerdings sind etwas erhöht konventionell im Stil der Pflanzer-Paläste gebaut. Wahrscheinlich massiv genug, um dem Sturm zu widerstehen. Aber vielleicht zieht ja niemals mehr ein Hurricane hier durch...

Immerhin erstaunt die Zahl der Neubauten. Wer hier wohnt, weiss ich nicht, aber es müssen Rentner sein, denn es gibt weder Business noch Industrie in den Nähe. Ränger aus dem Norden verirren sich auch kaum an den Strand von Mississipi...


 

Back to Florida: Keaton Beach.                                                                28.11.14

Wunderbare Orte existieren in den USA: Pebble Beach in Kalifornien, Dauphin Island in Alabama oder eben ein kleines ehemaliges Fischerdorf, wo die Zeit stehen geblieben ist: Keaton Beach, FL.

Es geht mir ja keinesfalls darum, einen weiteren Reisebericht über die USA zu schreiben. Reisen in Amerika ist etwas vom einfachsten auf der Welt. Keine Grenzen, disziplinierte Autofahrer und vor allem ein Strassennetz, wie es die Welt sonst nicht zu bieten hat. Amerika ist immer eine Reise wert  - vor allem wenn man kein Abenteuer sucht. Ich möchte alle einladen, den kleinen Schritt zu tun: Round-Trip buchen: Flug Europa-Boston, dann ein Auto mieten (One Way) und quer durch den Kontinent nach Los Angeles fahren - dann Flug zurück. Dauer: 3-4 Wochen. Kostet fast nichts (die Motels sind billig wie in Frankreich) und das Benzin ist aktuell bei 60 Euro-Cents angelangt.

 


 

30 Grad, freundliche Menschen und Mückenattacke.                   02.12.14

Die kalten Nächte sind endgültig vorbei, seit wir wieder in Florida sind - wahrscheinlich er Staat, der sich in den letzten 15 Jahren am wenigsten verändert hat. Sunshine State und vor allem Alterssitz oder Winterquartier für Millionen Amerikaner. Auffällig ist aber, dass die Präsenz von Europäern, vor allem Deutschen sichtbar und deutlich kleiner geworden ist - den US-Gesetzen und vor allem den Steuerbehörden zum Dank.

Ok, ich war ja nie ein Freund von Ausländer-Kolonien - weder in Spanien noch in Amerika. Ein Leben in den USA kommt ja auch für mich nicht mehr in Frage, obwohl ich kaum einen Staat nennen kann, der meinen Bedürfnissen und der Lebensweise so entgegenkommt wie Florida.

Ueberall ist man schon voll auf Weihnachten getrimmt, hunderte Meter von Alleen mit meist kitschigen Geschenke buhlen in den meisten Supermärkten für Käufer und die Heilsarmisten bimmeln auch an vielen Ecken. Christmas halt - aber dies hat sich ja wie Halloween in Europa auch überalle eingenistet - die globale Welt.

Weniger harmlos war eine Mückenattacke gestern abend. Wir waren auf einem verwaisten Parkplatz für Wochendausflüglern direkt am Meer - das heisst dem Golf von Mexiko. Wir haben uns an der Sonne bequem gemacht und als die Däömmerung naht, will ich die Store einziehen und werde von einem Mückenschwarm angegriffen. Zuerst schien alles harmlos, aber in der Nacht entwickelte sich eine Allergie. Die roten Punkte beissen höllisch und sind nicht zu zählen. Bizarr, ist mir noch nie passiert. Julie blieb im Bus davon verschont...


 

Viel Spass in den letzten Tagen in Florida.                                       13.12.14

Neben einigen Besuchen bei langjährigen Freunden haben wir alles mögliche ausprobiert: Einen Aufenthalt im Oscar Scherrer State Park, einem RV-Resort, der mich - ok, ich war unvorsichtig - wegen einem blöden Ast die Verschalung der hinteren Klimaanlage gekostet hat! Glücklicherweise war die an Lager bei RV World in Nokomis. Die lange Wartezeit wurde mit Kaffee und Besichtigung der neuesten Motorhomes verkürzt.

Auch sonst nur eitel Freude - Besuche in Konzertbars und natürlich einigen Restaurants. Ich mache nun einen grossen Bogen um die Personen-Waagen die hier überall herumstehen - die böse Ueberraschung über mein aktuelles Gewicht kommt dann wohl nach der Rückreise! Na ja, Ferien in den USA sind halt keine Schlankheitskur...


 

GO WEST - And Come Back Again!                                                    25.12.14

Gegen 15000 Kilometer haben wir abgespult - aber es war fantastisch. Ein menschliches, geografisches und 'technisches' Abenteuer. Julie - eine wunderbare Frau für solche Vorhaben - hat die Reise auf ihre Weise kommentiert - ja, spannend schreiben kann sie auch noch! Aber halt auf französisch. Der Bericht hier ist noch unvollkommen - ich habe ja auch noch anderes zu tun! Nun, ich bemühe mich dann aus dem Reisebericht eine fundierte Geschichte über das Erleben des heutigen Amerikas zu machen. Reisen bildet - aber es kann auch überraschen, sogar wenn man ein Land über vierzig Jahre kennt. Im Frühling kehre ich zurück - vielleicht zum letzten Mal...

 

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